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»Mords-Goschn« – Krimie-Minnies dritter Fall Empfehlung

Moderner Lokalkrimi im oberbayerischen Wasserburg

Minnie ist wieder als Ermittlerin gefragt

Betrug an einer Wasserburgerin und ein Mord – das geht gar nicht! Weder für die Krimi-Minnie noch für ihren Freund Alex, der bei der Lösung des Falls eine andere Spur verfolgt und Minnie in die Quere kommt.

Beschreibung

Buchcover "Mords-Goschn"Der Fall: der Hias ist verzweifelt – die Liebe seines Lebens ist verschwunden! Die abenteuerliche Suche führt Minnie in Maisfelder und auf Datingportale.

Ihr Steckbrief: neugierige Lebenskünstlerin mit kriminalistischer Spürnase 

Auch wenn im dritten Band der humorvollen Reihe niedliche Alpakas eine Rolle spielen, ist dieser Fall alles andere als erfreulich. Denn düster sieht es nicht nur bei den neuen Mietern im Laden aus, sondern auch für Minnies Freund Alex. Und was wird er zu Minnies Abstecher in die Datingszene auf love-is-all-around-you.com sagen?


Inhaltsverzeichnis

  1. Die Stimme
  2. Laden gesucht
  3. Alpakas und schwarze Messen
  4. Entsetzen im Maisfeld
  5. Love-is-all-around-you.com
  6. Mords-Goschn
  7. Fäden und Knoten
  8. Minnie übernimmt
  9. Farben am Horizont
  10. Krimi-Minnies vierter Fall
  11. Hintergrundinfos
  12. Habt ihr eine Minute Zeit?
  13. Bairisch-hochdeutsches Glossar
  14. Karte von Wasserburg


Leseprobe

Wasserburg am Inn im Oktober

Die Schmerzen werden unerträglich, sie ziehen durch meinen Mund, über mein ganzes Gesicht und bringen mich zum Schwitzen. Wann ist die Behandlung endlich zu Ende? Ich putze meine Zähne doch vorbildlich, esse Süßes nur in Maßen und spüle sogar nach dem Kaffee den Mund aus, damit ich mein weißes Lächeln behalte. Trotz der etwas schiefstehenden Eckzähne. Woher kommt also bitte schön das Loch beziehungsweise die kariöse Erkrankung meines Zahns?
Ich will raus aus diesem Stuhl, aber der Zahnarzt hört nicht auf zu bohren. Seine Augen hinter der Plastikscheibe, die ihn vor Wasserspritzern, dem schlechten Atem seiner Patienten und vermutlich Schlimmerem schützt, werden immer größer und runder. Dann beginnen sie rot zu glühen. Ich fange an, um mich zu schlagen, doch ich bin an den Behandlungsstuhl gefesselt. Das Bohrgeräusch wird noch durchdringender, und ich schreie nun wie am Spieß.
Da höre ich Georges wütendes Gebell. Mein heldenhafter Hund ist gekommen, um mich zu retten. Ich schaffe es, die Fesseln zu lösen und aus dem Stuhl zu krabbeln, während George den Zahnarzt, den ich bisher sehr nett und kompetent fand, in Schach hält.
Seltsamerweise hört das Kreischen auch auf der Gasse draußen nicht auf. Ich spüre Georges nasse Zunge auf meiner Hand und … wache auf. Die Zunge ist an meiner Hand beschäftigt, vermutlich ist da jede Menge feines Salz zum Abschlecken, denn ich schwitze heftig nach diesem Traum. Dass ich einen Alptraum hatte, ist mir klar, als ich mein wild blinkendes Handy sehe und höre. Bin ich für Alpträume vom Zahnarzt nicht zu alt und abgeklärt, frage ich mich, während ich leicht verstört den Anruf entgegennehme.
»Ja?« Es ist drei Uhr morgens! Wer will da etwas von mir?
»Minnie, hier ist der Gerhard.«
»Gerhard, es ist mitten in der Nacht. Was ist denn los, um Himmels Willen?«
»Es wär besser, wenn du zum Galaxy kommst.«
In der Disco Galaxy auf dem Grundstück neben dem Freizeitbad Badria war ich ewig nicht mehr beim Tanzen. Das mache ich nur noch spontan auf Feiern, wenn eine gute Band spielt. Da kann es schon mal sein, dass ich mit meiner Freundin Toni auf der Bierbank stehend die Stimmung im Zelt anfeuere.
»Wieso? Ich hab geschlafen und will jetzt nicht in die Disco.«
Er lacht mich glatt aus – mitten in der Nacht, nachdem er mich aufgeweckt hat. Das erbost mich. Aber so gerädert wie ich mich fühle, fällt der Ausdruck der Verärgerung etwas schwächlich aus.
»Dank deinem Anruf hatte ich einen Alptraum, Gerhard.«
»Oder mein Anruf hat dich davor gerettet, noch Schlimmeres zu träumen«, meint er, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Denn möglicherweise saß ich bereits davor auf dem geträumten Behandlungssessel.
»Kannst du kommen und den Alex holen?«
Jetzt sitze ich aufrecht im Bett.
»Alex ist eigentlich aus dem Alter raus, wo man ihn von der Disco holen muss. Ist ihm was passiert?«
»Na ja, er hat randaliert. Wenn du ihn holst und auf ihn aufpasst, dann muss ich ihn ned einkasteln.«
Was? Mein vernünftiger Freund, der Banker, randaliert? Das hab ich ja in den fünf Jahren seit wir ein Paar sind, nie erlebt. Dass er und Basti zu Hause mal versuchen, sich gegenseitig mit Whiskey unter den Tisch zu trinken vielleicht. Aber randalieren oder prügeln? Niemals!
»Der Alex randaliert doch nicht, Gerhard. Da stimmt was ned. Ich mach mich auf den Weg.«
Bloß womit?
»Kann er auf die Vespa drauf, oder fällt er mir runter?«
»Wenn du ihn festbindest, könnte es gehen. Sagen wir mal so: Ein Auto wäre sicherer.«
Na wunderbar. Ich fahre so selten Auto, dass ich ernsthaft überlege, mir ein Taxi zu rufen. Aber alle Wasserburger Taxis sind am Samstag in der Nacht bis zum frühen Morgen wie wild unterwegs, um alle Kids oder sehr Junggebliebene heimzubringen.
Ich schnappe mir den Schlüssel von Alex’ Wagen vom Schlüsselbrett an der Tür und bemerke gerade noch rechtzeitig, dass ich besser die Schlafanzughose mit den Kätzchen gegen eine Jeans wechseln sollte.
Mein Hund schaut mich verstört an, als ich mir eine Jacke über das Schlafanzugoberteil werfe.
»Braver George. Bleib hier, ich bin gleich wieder da«, versuche ich, ihn zu beruhigen. Vermutlich ahnt er, dass ich noch nicht ganz bei mir bin, denn er besteht darauf, mich zu begleiten. Zumindest bis zum Auto. Glücklicherweise bin ich heute in Alex’ Wohnung, deshalb habe ich nicht weit bis zum Wagen, der in der Tiefgarage steht. Es ist kein fetter Mercedes, aber leider auch kein kleiner Wagen. Und es gibt verdammt viele Säulen hier unten, auf die man beim Ausparken achten muss.George setzt sich ans noch geschlossene Tor und beobachtet mich misstrauisch. Kluger Hund, der nicht bei mir einsteigt!
Anlassen – erledigt, Licht an – check, funktioniert, Rückwärtsgang – ist praktischerweise schon drin. Langsam fahre ich an und schlage ein. Es piepst ohrenbetäubend, weil die Säulen immer näher rücken. Ich wiederhole laut und unaufhörlich das Mantra »in den Spiegel schauen« so lange, bis ich den ersten Gang einlege und auf das sich nun öffnende Tor zufahre. George saust hinaus und ist in der Dunkelheit verschwunden. Ich schleiche die Neustraße hinauf, die ist so eng, wenn da Autos parken. Weiter geht es: einen großen Schlenker nach links um die Verkehrsinsel herum, an der Burg vorbei und die noch engere Schmidzeile hinunter. Rechts abbiegen und auf mein Angsthindernis zu: das Brucktor. So schlimm ist ansonsten nur die Brücke in Rosenheim für mich. Und da bin ich nur Beifahrer. Ich bin nicht der einzige Schisser, wenn es um das Durchqueren des Brucktors angeht. Es ist zu eng für zwei Autos, finde ich. Und je nachdem wie höflich der Gegenverkehr ist, kann ein ungeübter Autofahrer da schon mal länger stehen. Bis ihn das Hupkonzert der sich hinter ihm stauenden Wagen dann hindurch treibt.
Nachts um drei ist das kein Problem, die zwei Autos kann ich leicht abwarten und, nachdem ich ihnen höflich die Vorfahrt gelassen habe, entspannt hindurchfahren. Vielleicht sollte ich öfter mal nachts fahren üben? Nun ist das Schlimmste geschafft, in wenigen Minuten bin ich an der Disco. Ich zische die Allee hinauf und lege vor dem Kreisel gerade noch den zweiten Gang ein, bevor ich mit den Alufelgen (wieder) am Bordstein lande, weil ich die Kurve nicht schaffe. Kreisel Nummer zwei naht, und damit bricht um mich herum die Hölle los, denn hier ist die Einfahrt vom McDrive. Und alle Discogänger haben Hunger! Ich spüre, wie sich Schweißtropfen auf meiner Stirn bilden. Überall Menschen, mehr oder weniger besoffen, die vor mir über die Straße laufen. Dazwischen besorgte Eltern, die aus dem Auto heraus nach dem Nachwuchs spähen.
Wohin ich muss, erkenne ich schnell an den Blaulichtern auf dem Volksfestplatz. Ich parke direkt neben Gerhards Polizeiwagen ein. Als ich aussteige, winkt dieser mir zu und macht die hintere Wagentür auf. Ich sehe Alex auf dem Rücksitz sitzen, den Kopf in den Nacken gelegt, seine Augen sind geschlossen. Ist das getrocknetes Blut an seiner Schläfe? Mir wird ganz anders. Was ist da nur passiert? Ich knie mich vor ihn auf den Einstieg und fasse nach seiner Hand.
»Alex, Hase? Wie geht es dir?«
Er öffnet die Augen. Also eines, denn das andere ist zugeschwollen, da hat er einen ordentlichen Schlag kassiert.
»Minnie, du bist da? Das ist toll.«
Das klingt auf jeden Fall nicht nüchtern. Könnte aber auch eine Gehirnerschütterung sein.
»Sollte er nicht zu einem Arzt?«, frage ich Gerhard besorgt.
»Er hat sich gewehrt. Ich hätte ihn nur mit Handschellen einliefern lassen können oder auf die Wache bringen. Das kann ich immer noch, wenn dir nicht wohl bei der Sache ist, Minnie«, meint er ernst, entgegen seiner sonstigen flapsig-respektlosen Art mir gegenüber. »Ich kann hier nur nicht weg, bis die Kollegen aus Rosenheim kommen. Wir haben ein paar weitere Lädierte und müssen die Personalien aufnehmen. Sonst hätte ich ihn dir schnell runtergefahren.«
Das ist echt lieb von ihm!
»Das passt schon, Gerhard. Vielen Dank, dass du mich angerufen hast und mich ihn mitnehmen lässt.«
Das ist keine Selbstverständlichkeit, das weiß ich. Er winkt jedoch ab und sieht unruhig aus.
»Ich kenn euch ja, Minnie. Aber Alex hat heute eine ganz neue Seite gezeigt. Ich wusste gar nicht, dass der so ausrasten kann.«
»Das hab ich bisher auch nicht erlebt. Mal schauen, ob er morgen noch weiß, was der Grund war.«
»Er hat einen der Kerle besonders auf dem Kieker gehabt. Sagt dir Sepp Hohenwarter etwas?«
»Ja, das ist ein ehemaliger Fußballspezl, der ein bisserl abgehoben ist. Macht sein Geld in der IT-Branche. Viel Geld. Und Alex heißt die Methoden nicht gut. Doch das ist nichts Neues.«
Gerhard nickt nachdenklich, dann verabschiedet er sich und schlendert zu den Kollegen, die im Polizeibus ein paar Leute sitzen haben und diese befragen. Vorsichtig helfe ich Alex, in sein Auto zu steigen. Es geht ihm alles andere als gut, was leicht zu erkennen ist, denn er sagt kein Wort, als ich mich hinters Steuer klemme. Und er schweigt beim Fahren. Ebenfalls ein Novum, weil es normalerweise immer eine kleine Anmerkung gibt, wie »Minnie, weich doch bitte den Gullydeckeln besser aus!« oder »Huh, das war knapp!« oder auch »Halt mehr Abstand, falls ein Stein von dem Laster vor uns fällt!«.
Wir kommen heil in der Parkgarage an, wo George, wie ich meine, mit besorgtem Gesicht auf uns wartet. Der Lift, den ich sonst nie benütze – denn Frau will ja knackig bleiben – ist heute Gold wert. Alex lässt sich von mir ausziehen, ohne eine einzige schlüpfrige Bemerkung – es geht ihm wirklich überhaupt nicht gut – und stöhnt nur etwas, als ich ihm das Blut vorsichtig mit einem feuchten Tuch abtupfe. Er hat neben dem blauen Auge eine Platzwunde am Wangenknochen. Die Nase ist dick, ich hoffe, sie ist nicht gebrochen. Ich reiche ihm eine Schmerztablette, die er brav mit Wasser herunterspült, dann packe ich ihn ins Bett.
»Minnie«, flüstert er mit geschlossenen Augen.
»Ja, Alex?«
»Es tut mir leid.«
»Alles gut, doch auf die Geschichte dazu bin ich gespannt. Aber erst morgen, Hase. Schlaf jetzt.«

Rezensionen

»Spannende Wendungen bei der Minnie: Jetzt ermittelt ihr Freund Alex in Konkurrenz zu ihr. Witzig sind Minnies Erfahrungen in einem Datingportal und in der Gothic-Szene. Und es gibt wieder schöne Tipps für Wasserburg-Fans.«

»Einfallsreich, witzig und mit viel Lokalkolorit«

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Erhältlich als E-Book:

E-Bookversion "Mords-Goschn"

Format: Kindle Edition
ASIN: B09K4FTWST
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Demnächst erhältlich als Taschenbuch: 

Taschenbuchversion "Mords-Goschn" 

Paperback
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3969667323
www.eyedoo.biz 

 
Letzte Änderung am Donnerstag, 04 November 2021 15:06