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Moderner Lokalkrimi im oberbayerischen Wasserburg

Wasserburg leuchtet – und auch Minnie geht ein Licht auf

 Minnie liebt Stadtführungen, und diese in den Bierkatakomben ist etwas ganz Besonderes …

Aussicht Herbstabend Wasserburg

Beschreibung

buchcover stehend big


Der Fall: ein ermordeter Jäger in den Bierkatakomben
… und damit ist die »Krimi-Minnie« wieder in ihrem Element, als bei einer Führung in Wasserburg die Leiche entdeckt wird.

Ihr Steckbrief: neugierige Lebenskünstlerin mit kriminalistischer Spürnase 

Im zweiten Band der humorvollen Reihe geht Minnie in dunklen Bierkellern auf Mörderjagd. Bisher hat sie immer »Schwein g'habt«, doch diesmal liegt arg viel Blei in der Luft. Dabei denkt sie nur an eines: Warum macht sich Freund Alex so rar?


Inhaltsverzeichnis

  1. Nicht ganz allein im Wald
  2. Laden zu vermieten
  3. In den Katakomben
  4. Techtelmechtel mit Folgen
  5. Schweinderl allüberall
  6. Gewehr und Hund bei Fuß
  7. Lose Schrauben
  8. Minnie geht ein Licht auf
  9. Jägerehre
  10. Alpakas und Rumpelstilzchen
  11. Krimi-Minnies dritter Fall
  12. Backgroundinfos
  13. Habt ihr eine Minute Zeit?
  14. Bayrisch-hochdeutsches Glossar
  15. Weitere Bücher und Leseproben


Leseprobe

Laden zu vermieten

Wasserburg am Inn im August

Mir ist kalt. Es riecht nach Moder und überfluteter Stadt. Ja, in Wasserburg kann man das tatsächlich in manchen Häusern und Kellern riechen. Denn immerhin hatten wir in den vergangenen Jahrhunderten so einige Überschwemmungskatastrophen.
Die Lampe an der nur grob behauenen Mauer funktioniert nicht – mal wieder. Ich aktiviere meine Handylampe und suche mir vorsichtig meinen Weg zwischen undefinierbarem Gerümpel, einem alten Fahrrad ohne Räder und labbrigen Kartons. Vermutlich geht von denen der Muffelgeruch aus. Plötzlich fahre ich zusammen und halte den Atem an.
Etwas Dunkles baut sich am Ende des Ganges auf. Dort, wo sich mein Kellerabteil befindet. Es scheint auf mich zu warten, hält still und lauert. Hätte ich nur meinen neuen Mitbewohner dabei. Aber mein Hund George ist ebenso selbstständig wie ich und sonnt sich sicher gerade lieber vor dem Café Schranne anstatt seinem Frauchen beizustehen. Ich schlucke und gehe unwillkürlich einen Schritt rückwärts. Und noch einen und einen weiteren, bis ich an etwas stoße, das eben noch nicht da war.
In der nächsten Sekunde löse ich Jamie Lee Curtis als Scream Queen ab. Ich weiß allerdings nicht, ob ich nach vorne oder hinten fliehen soll. Durch mein Kreischen hindurch registriere ich, dass mich jemand festhält. Ich beginne, um mich zu schlagen, mit dem Erfolg, dass ich mich nicht mehr bewegen kann. Dann dringt eine Stimme in mein Bewusstsein, die ich kenne: »Verdammt, Minnie. Hör auf, die Verfolgte im Kettensägenmassaker zu spielen. Ich bin es nur.« Dieser letzte Satz lässt mich gleich noch einmal kreischen, während ich mich umdrehe. Diesmal vor Wut. Hat Alex eigentlich noch alle Tassen im Schrank, mich so zu erschrecken? Er nimmt seine Hände von mir und hält sich stattdessen die Ohren zu. Zitternd starre ich ihn an. Also den einen dunklen Umriss, von dem ich jetzt weiß, dass es mein Freund ist. Mein Handy liegt am Boden und leuchtet schräg von unten herauf, was Alex’ Gesicht einen dämonischen Zug verleiht. Zögernd schaue ich mich um. Da – am Gangende – steht nach wie vor das viel größere Dunkle. Und wenn Alex schon mal da ist ...
Der entfernt vorsichtig seine Hände von den Ohren. »Fertig mit dem Geschrei?«
»Du hast mich zu Tode erschreckt«, erwidere ich heiser, während er mein Handy aufhebt und es untersucht.
»Sieht noch funktionstüchtig aus.« Er reicht es mir, und ich leuchte ihm unhöflich ins Gesicht. Ah, ein bisschen schlechtes Gewissen ist da.
»Warum bist du eigentlich rückwärtsgegangen, Minnie?« Ich zeige den Gang hinunter. »Deshalb!«
Er runzelt die Stirn, dann versucht er, das Licht einzuschalten. Ich erkläre, weshalb ich hier im Dunklen rumzittere und kreische. »Geht nicht, ich muss die Birne erneuern. Kannst du erkennen, was das ist? Ich habe da nichts hingestellt.« 
»Schauen wir halt nach«, meint Alex, der Eben-noch-Schocker und jetzt wieder mein Held. Als ich kurz zögere, nimmt er meine handyfreie Hand und sagt: »Komm mein Angsthäschen, leuchte uns den Weg.« Ich verkneife mir eine zickige Antwort, denn ich bin ja ehrlich froh um seine Begleitung. Dabei bin ich kein Angsthase! Eigentlich.
Aber mein Held hat mich gestern gezwungen, einen gruseligen Fantasyfilm anzugucken. Nicht einfach mit Kopf abhacken wie in »Herr der Ringe«. In dem Film wurden mit einer latent boshaften Grausamkeit Elfen abgemurkst. Ich gucke die weiteren Folgen nicht! Elfen sind Wesen des Lichts (außer die Dunkelelfen natürlich). Und deshalb liebe ich sie. Auf jeden Fall hat mich der Film Schlaf und Nerven gekostet. Da kann Alex heute in seine Wohnung gehen, wenn er den weiterschauen will. Ich bleibe hier – ohne fernzusehen. Oder ich gehe sicherheitshalber mit – ebenfalls ohne fernzusehen. Da ist ein Spielabend als psychische Wiedergutmachung angesagt, mein Freund. Aber das fordere ich erst, wenn wir uns wieder im hellen Sonnenschein befinden. Wir nähern uns dem Gebilde und meinem Kellerabteil.

Rezensionen

»Ob auf Mörderjagd im Wald oder in den Wasserburger Bierkellern, ob Liebeskummer und Racheschwur – mit der Krimi-Minnie wird’s garantiert nicht langweilig!«

»Ein ›sauguter‹ Roman voller brenzliger Situationen und mitreißendem Herzschmerz.«

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Erhältlich als E-Book:

E-Bookversion Darcey

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 625 KB
ASIN: B094P13TLB
Amazon, Kindle and all related logos are trademarks of Amazon.com, Inc. or its affiliates.

Demnächst erhältlich als Taschenbuch: 

Taschenbuchversion  

Paperback
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3966988674
www.eyedoo.biz 

 

»Wilde« Recherche zum Lokalkrimi – über Bambi und Co.

 Im vorigen Blogartikel habe ich euch über die Hauptlocation von Krimi-Minnies zweitem Fall berichtet.

Aber wer ist eigentlich in diesem Buch das Opfer? 

2019 Bergtour TaubenseeOhne zu viel verraten zu wollen:
Es ist ein Jäger, und ich erzähle euch darüber etwas mehr, denn dieses Umfeld war auch für mich komplett neu.
Ein Film über die Wildschweinproblematik brachte mich darauf, der mir zeigte, dass ich ein sehr einseitiges Bild von wilden Rotten, Bambi und ihren »Bezwingern« hatte.
Natürlich weiß jeder, dass das Wild in Zaum gehalten werden muss, doch wie schwierig das teilweise ist, war mir nicht klar.

Ja, man sitzt lange auf einem Hochsitz und wartet oder pirscht durch die Wälder, bis man hoffentlich erfolgreich ist.

Neben den technischen Schwierigkeiten des Profis, das Wild in der richtigen Anzahl zu den erlaubten Zeiten zu erwischen, hat die Jägerschaft – Hegering – oder wer auch immer gerade zuständig ist, einiges mit den Anforderungen von außen zu tun. Die Politik stellt Regeln auf, und die Waldbesitzer und Landwirte nehmen den Jäger in die Pflicht, die Natur zu schützen. Das kann anstrengend und zeitraubend sein, besonders wenn die sich ständig vermehrenden Wildschweine ganze Felder umackern und der Bauer auf dem Verlust sitzen bleibt.

Zu viele Rehe bedeuten, dass junge Bäume an den Spitzen angeknabbert werden und nicht mehr wachsen. Heute arbeiten vor allem die sogenannten Öko-Jäger darauf hin, auf Natur und Wild gleichzeitig zu achten. Denn nur ein artenreicher Wald beherbergt artenreiches Wild, das wiederum für einen artenreichen Wald sorgt. Sie brauchen einander – und für das Gleichgewicht zwischen den »Parteien« und ihr produktives Miteinander sind Jäger und Förster zuständig.

Wald 11 12 53 ProNun zur Minnie:
In »Mords-Kaliber« geht es um einen ermordeten Jäger. Trotz viel Recherche mit Filmen zum Thema und den Websites von Hegering, Berufsfachschulen sowie von Firmen zum Verkauf von Jagdausstattung wollte ich mich nicht darauf verlassen, dass ich die richtigen Formulierungen schon finden werde. Wie immer machte ich mich also auf die Suche nach einem Profi und fand ihn mit Raffael, der Lehrer und im Privaten Öko-Jäger ist. In einem dreistündigen Skypetreffen löcherte ich ihn – schlechte Analogie zum Thema :-) – mit Fragen zu Kleidung, Waffe und Patronen, Jagdablauf, Jagdhundrassen und -erziehung, Weiterverarbeitung des erlegten Wildes, Pflichten und Rechte der Jäger, Spleens und persönliche Vorlieben bei der Jagd.
Denn ich hatte bereits einige Ideen, wie das ganz ablaufen sollte. Dank Raffael fand ich ein noch besseres Motiv, habe nun hoffentlich alles richtig formuliert und hatte jede Menge Spaß. Er nahm sich im Nachhinein auch die Zeit, die entsprechenden Texte nochmal zu korrigieren. Ich bin sehr dankbar für seine Hilfe!

Übrigens habe ich im Nachhinein festgestellt, dass es schon Regionalkrimis zum Thema gibt. Und damit gibt es sicherlich den ein oder anderen, der mir vielleicht vorwirft, abgekupfert zu haben. Nachdem mich aber zuerst das Thema und dann die Recherche fasziniert hat und mir erst bei der Titelsuche diese Erkenntnis kam, kann ich nur hoch und heilig schwören – ich habe wie üblich keinesfalls Ideenklau betrieben. Und wer die Minnie kennt, weiß, sie ermittelt anders als andere. Ich bin mir sicher, dass ihr auf jeden Fall euren Spaß haben und Spannung verspüren werdet.

Wald mit Bach 12 01 08 ProIch hoffe, ich habe euch neugierig gemacht:
Auf die Minnie, die mit Jäger und Hund durch den Wald schleicht.
Dabei wird ihr trotz der schönen Plätze dann ganz anders zumute.

Einmal sind mein Mann und ich beim Spaziergang übrigens fast in eine Treibjagd geraten. Wir trafen auf mit roten Bändern abgesperrte Bereiche und hörten dann Schüsse und Hundegebell. Wir haben uns ziemlich flott aus dem Staub gemacht – das kann ich euch sagen.

Hier nun eine kleine Leseprobe, die euch mitten ins Grüne führen soll. Das Buch selbst wird Anfang Juli erscheinen.

 

Gerade in der Wohnung angekommen, meldet sich der Gustl. Peter Lambrecht hat ihn angerufen, dass in der Nähe vom Hochsitz mehrere getötete Wildschweine gefunden wurden. Er wolle noch was anderes checken, danach aber dorthin nachkommen.

Er hat sich bereits überlegt, wie sein zweiter Ermittler-Dream-Team-Teil rechtzeitig vor Ort sein kann: »Du könntest mit dem Ludwig rüberfahren. Der macht sich in einer halben Stunde auf den Weg. Und dann fährst du mit mir wieder heim.«
Ein Waldspaziergang? Gerne, hoffentlich muss ich die armen Viecherl nicht anschauen. Neugierig bin ich trotzdem, und so steige ich kurz darauf zum Ludwig ins Auto, nachdem geklärt ist, dass Alex das Mittagessen besorgt. Hinten im Kofferraum, vorschriftsmäßig durch ein Netz gesichert, steht ein bildhübscher Hund, der mich schwanzwedelnd begrüßt.
»Dein Jagdhund?«, frage ich lächelnd, von dem hübschen Gesicht bezirzt.
»Ja, das ist der Champ.«
»Kein Poldi oder so?«
Ludwig lacht. »Gefällt dir ›Champ‹ ned? Er ist einfach so guad, dass er den Namen verdient hat.«
»Ein Irish Setter, oder? Sehr hübsch.«
Als wir losfahren, legt sich der hübsche und »guade« Kerl hin. »Ja, das sind super Allrounder und gute Vorstehhunde.«
»Ich versteh nur Bahnhof.«
»Ein Vorstehhund zeigt es seinem Jäger, wenn er ein Wild hört oder riecht, mit seiner Körperhaltung. Er hebt einen Fuß hoch, bleibt aber ganz staad.«
»Müssen ned alle Jagdhunde folgsam und staad sein, wenn der Jäger das sagt?«
»Ja, trotzdem gibt es Unterschiede bei den Rassen: Manche Hunde sind gut im Aufstöbern, also Aufscheuchen. Andere im Nachsuchen, und wieder andere jagen selbst für den Jäger. Mein Champ kann das alles gut – außer in einen Bau kriechen. Dazu ist er zu groß.«
Ich nicke, denn das leuchtet ein. Interessant, über so etwas habe ich noch nie nachgedacht. Dass es für verschiedene Jagdtechniken unterschiedlich geeignete Rassen gibt.
»Mit welchen Hunden jagt man Bären?« Die Frage kann ich mir nicht verkneifen.
Ludwig grinst und antwortet gemütlich, während er am Gymnasium vorbei den Berg hinauffährt. Natürlich hat der Profi eine Antwort. »Mit karelischen Bärenhunden oder Laikas. Das sind schlanke, schnelle Tiere, die für die Jagd im Norden passen. Oder mit einem Bluthund, der eine unglaublich gute Nase hat. Der schnüffelt auch oft für die Polizei, beispielsweise, wenn jemand vermisst wird.«
»Wie ist das bei dir mit den Arbeitszeiten?«, fragt er mich nun. Von Ludwig weiß ich, dass er einer der wenigen Auserwählten ist, der einen Job als staatlicher Revierjäger bekommen hat. Er kann seine Zeiten bestimmen, muss sich aber nach dem Wild beziehungsweise den günstigsten Jagdzeiten richten. Und nach den Anforderungen der Bauern und Anfragen anderer Jäger. Vermutlich ein Fulltime-Job. Den hab ich genaugenommen ebenfalls, bloß dass es eben mehrere Jobs sind. Ab Herbst fällt allerdings das Spülen im Roma weg, weil die Gäste weniger werden und die Gelateria im Winter ganz schließt. Ich genieße es, weil ich ein bisschen vorarbeiten kann, was Töpfern und Schreiben angeht. Das verstehen Menschen mit geregelten Arbeitszeiten nicht. Manche setzen es gleich mit Nichtstun.
»Ich wäre frei wie ein Vogel, wenn ich kein Geld bräuchte. Deshalb muss ich mich auch heute Nachmittag um den nächsten Auftrag kümmern.« »Du kriegst Aufträge?« Der Ton ist erstaunt, für mich nichts Neues.
»Ja, es gibt Menschen, die mögen Deko, die nicht von toten Tieren stammt. Die zahlen nur weniger als eure Trophäensammler.«
»Und was – äh – dekorierst du gerade?« Ich muss lachen, der hat noch weniger Ahnung von meinem Job als die meisten, und das heißt schon etwas. »Ich habe in der Ausstellung am vergangenen Wochenende einige Schweinderl verkauft.«
Er fängt an zu prusten.
»Und jetzt mache ich Alpakas.« »Al ...?«
Ihm laufen die Tränen über die Wangen.
Ich erkläre geduldig: »Alpakas gehören zur Rasse der Kamele und leben in den Anden.«
»Das weiß ich, Minnie. Ich muss für meinen Beruf jede Menge Tiere kennen. Auch wenn selten Alpakas durch unsere Wälder streifen. Die sind doch flauschig, und du arbeitest mit harten Materialien. Die Tochter unserer Nachbarin läuft dauernd mit so Kuscheltierzeugs rum. Ich glaube, die hat sogar Ratzefummel mit Alpakamotiv und Haarschleifen und so.«
»Ja, das ist grad voll in, deshalb mache ich Alpakas für ein Hoffest auf einem Alpaka-Hof.« Das Auto schlingert ein wenig bei seinem nächsten Lachkrampf, und ich schimpfe kräftig.
Das Lachen hat dem Ludwig gutgetan, aber nun wird er wieder ernst, als er auf den Anlass unseres Ausflugs kommt. »Diese toten Wildsauen, ich will wissen, wer das war. Das Revier meines Vaters ist noch nicht freigegeben. Wenn jemand schießen will – was die Wildsauen angeht, wäre es ja gut –, muss der es erst beim Grabmeier oder bei mir anfragen und kann nicht einfach anfangen herumzuballern.«
»Wäre es ein Jäger gewesen, hätte er die Tiere dann ned mitgenommen?«
Ludwig denkt eine Zeit lang drüber nach. »Ja, normalerweise ist es Verschwendung, die Tiere verrotten zu lassen. Außerdem steigt die Gefahr für Seuchenausbreitung, falls eins von denen einen Erreger in sich hätte.«
»Wie die Afrikanische Schweinepest?«
Er wird ein bisschen blass. »Ja, das wäre die schlimmste Variante.«
»Du glaubst, es war trotzdem ein Jäger?«
Er beißt einen Moment die Zähne zusammen, das sehe ich an den Kiefern. Dann stößt er hervor: »Ein Wilderer hätt’ sie sicher mitgenommen. Ein Bauer hätt sie verschwinden lassen. Es kann nur einer sein, der meinen Vater gehasst hat und zeigen will, was der erledigen hätt’ sollen. Also ein Jäger.«
Das klingt logisch. Und etwas gruselig für mich waffenlose Keramikerin. Und Ludwigs finstere Absichten machen es nicht besser. »Ich muss rausfinden, wer die Sauen umgebracht hat, Minnie. Denn der hat auch meinen Vater auf dem Gewissen.«
Wir fahren über Wiesenwege bis zu einem Waldrand und erreichen einen kleinen Parkplatz. Dort wartet Peter Lambrecht samt Hund und Wagen mit Anhänger. Der folgsame Champ verlässt den Kofferraum erst, als ihm Ludwig die Erlaubnis erteilt, trotz seiner sichtlichen Freude über die Anwesenheit von Burgi. Die Hunde toben über die Wiese, und die Männer schauen ihnen einen Augenblick lächelnd zu.
Dann nehmen sie die Waffen aus den Autos, und ich werde ein wenig nervös. Es ist doch ganz etwas anderes, eine Waffe im Film oder in echt zu sehen. Und so ein Gewehr wirkt massiver und gefährlicher als eine Pistole. Leben kosten können sie beide! Die Jäger hängen sich die Gewehre am Riemen über die Schulter, pfeifen ihre Hunde herbei, und wir betreten den Wald. Zunächst folgen wir einem befahrbaren Weg etwa eine Viertelstunde. Es ist wunderschön: die Lichtstimmung im Herbstwald, der Geruch nach modrigem Laub und Schwammerln. Es raschelt, aber die Hunde bleiben mit gespitzten Ohren und der Nase am Boden an der Seite ihrer Herrchen.
Dann biegen wir ab. Es ist kein Weg mehr vorhanden, zumindest auf den ersten Blick nicht. Nur eine schmale Fährte, als wäre jemand vor uns durchs hohe Gras gestreift. Wir umgehen Brombeerbüsche, klettern durch eine Senke, wo uns ein kleiner Hüpfer über den Bach bringt. Auf der anderen Seite wird wohl eben ein neuer Wald hochgezogen: Blaue Plastikklupperl stecken auf den Spitzen der Minifichten, um die Rehe am Abknabbern derselben zu hindern.
Hellgrünes Moos wird von den durch die hochgewachsenen, nadelarmen Bäume fallenden Sonnenstrahlen erhellt. Meine Fantasyseele würde sich jetzt hier gerne niederlassen und den Feen beim Tanzen zusehen. Ob ich nochmals hier an diesen Ort finde? Dann könnte ich mich ins Moos setzen und schauen und träumen und alles aufschreiben, was mir in den Sinn kommt.
Doch mit dem Träumen hat es sich im nächsten Moment erledigt, denn Champ gibt ein kurzes Bellen von sich, und Burgi zerrt an der Leine. Ludwig zeigt mir Spuren. »Das ist das typische Trittsiegel eines Wildschweins. Die zwei vorderen Hufschalen und die kleinen Afterklauen.« Es sieht eher aus wie ein Papageienschnabel, finde ich, nicke aber nur. Ludwig hat heute schon genug über mich gelacht. Wir treten auf eine große Lichtung, das Gras ist hier etwa einen halben Meter hoch.
Und am Ende der freien Fläche sehe ich ihn: den Hochsitz. Ich schlucke schwer. »Ludwig, ist das der Hochsitz ...«

Viel Vergnügen Eure Moni

Spannende Location für Krimi-Minnies zweiten Fall

wasserburger bierkeller 005 Es ist Januar und saukalt: -7 Grad. Und wo gehen wir hin, um uns zu wärmen?
In die Wasserburger Bierkatakomben, die ehemaligen Sommerbierkeller, in denen es +7 Grad hat, also praktisch warm ist.
Es ist Corona-Lockdown, und ich habe schon einige Wochen darauf gewartet, dass es wieder Führungen gibt. Denn es wird eine wichtige Location für Teil 2 der Krimi-Minnie. Doch der Lockdown wird verlängert und ich hätte gern einen persönlichen Eindruck:
»Alle Sinne!« steht auf dem Zettel an meinem Monitor. Und was ich mit denen aufnehme, will ich meinen Lesern ja vermitteln.

Auf meine Anfrage unter dem Kontakt der Gruppe, die hier die Führungen organisiert, habe ich Glück. Witgar Neumaier jun., seines Zeichens engagierter Kellerfreund und Vorsitzender, Bierkellerführer und praktischerweise auch noch Kriminaler, bietet mir als Trost eine persönliche coronakonforme Führung an.
So rücken mein Mann, mein Sohn und ich an einem mal wieder nebligen Sonntagvormittag an, um die beeindruckenden Gewölbe zu betreten, die ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sind und in denen bis 1994 Bier gebraut wurde.

wasserburger bierkeller 004Ich hatte mich natürlich vorher informiert: Passt der Ort für meine Zwecke? Und was ist das Besondere daran? Das Geschichtliche interessiert mich sowieso. 

Witgar macht keine gewöhnliche Führung für uns – seine Infos und Tipps sind auf die Minnie, meine nächste Geschichte und den kriminalistischen Hintergrund zugeschnitten. Also perfekt!

Ich würde euch gerne alles genau erzählen, aber damit Spoileralarm auslösen. Was die Minnie dort erlebt, könnt ihr noch in diesem Sommer im zweiten Band meiner Reihe nachlesen. Stattdessen berichte ich euch ein bisserl was zu den Bierkatakomben, um euch »hineinfühlen« zu lassen.

Die kleine bescheidene Tür hinter dem Parkhaus an der Kellergasse lässt nicht vermuten, was sich dahinter verbirgt: große Räume in den Berg gehauen, unterhalb der Aussicht – dem berühmten Fotomotiv. Es gibt riesige Fässer und Bierbottiche, Werkzeuge, mit deren Einsatz Eis zum Kühlen herangeschafft wurde. Meist vom Staudhamer Weiher, einem beliebten Badesee bei Reitmehring, wo es mit Sägen, Pickeln und Haken herausgeschnitten oder -gehackt und dann aufgeladen wurde.

wasserburger bierkeller 012Wer sich in Wasserburg auskennt, weiß, dass dieser See Richtung München oberhalb des Inntals liegt. Die Fuhrwerke mussten also im Winter mit der schweren eisigen Last den Berg zur Stadt hinunter, durch diese hindurch und über die Brücke fahren. Anschließend schütteten und schaufelten die Männer das Eis um und auf die Fässer zum Kühlen des Biers. 

Das Eis war nötig, denn um die Qualität zu gewährleisten, hatte der Kurfürst das Brauen während des Sommers untersagt. Und der Bayer will nicht ewig auf sein Bier verzichten. So wurde im Winter auf Vorrat gebraut und gekühlt, um im Sommer möglichst lange das gezapfte und später in Flaschen abgefüllte Getränk genießen zu können. wasserburger bierkeller 045
Bei 2500 Einwohnern konnte Wasserburg damals mit 15 Brauereien aufwarten. Eine respektable Zahl!

Perfekt war die Bodenbeschaffenheit am Innufer, bestehend aus einem wasserundurchlässigen Sand-Kies-Gemisch, die ein Aushöhlen des Berges erleichterte. Die Gewölbe wurden mit Ziegel ausgemauert und stabilisiert, Lüftungsschächte und Personalgänge (auf gut bairisch nach heutigen Sicherheitsanforderungen »vogelwuid«) angelegt.

wasserburger bierkeller 077Eine kuriose Bemerkung unseres Fachmanns zum Eis, das damals zudem in Wurstwaren und im Bier verwendet wurde: »Da waren Blätter drin und vielleicht sogar mal ein Frosch. Jede Wurst hatte ihren ganz besonderen Geschmack.«
Beim Wasserburger Kellerleben wurden die Würste und das Bier vor Ort verkauft. Es ging lustig, zünftig und manchmal auch ein wenig grob zu. So nach und nach stellten immer mehr Brauereien ihre Arbeit oder zumindest das Brauen und Lagern in den Sommerkellern ein.

wasserburger bierkeller 092Noch vor dem Bau des Parkhauses widmete sich Witgar Neumaier sen. 1996 der Erforschung, Erfassung und dann mit den Kellerfreunden der Begehbarkeit der Anlagen.

Heute ist es ein Museum im Besitz der Stadt, und die Kellerfreunde gehören zum historischen Heimatverein. Viel persönliches ehrenamtliches Engagement war die Grundlage der Arbeiten und ist heute noch der Motor, der es Interessierten möglich macht, die Keller zu bestaunen.

Übrigens der Fußabdruck rechts im Schimmel auf dem Katzenkopfpflaster spielt eine wichtige Rolle im Buch. 

Neben der Pflege und Reinigung wurde ein Film mit nachgestellten Sequenzen aus der damaligen Zeit gedreht, der vor den Führungen gezeigt wird. In der zugehörigen Broschüre sind auch Schriften abgedruckt wie beispielsweise die Einladung zu einer »Abendunterhaltung mit Musik zur Goldenen Hochzeit Seiner Majestät des deutschen Kaisers«.

Ich hoffe, ich habe euch neugierig gemacht:
Auf die Minnie, die in diesen Gewölben mit Taschenlampe und Kerze unterwegs ist und ihre Nase diesmal in Bierfässer steckt. Glücklicherweise ohne Alkohol, denn ihr wisst, sie verträgt einfach nicht viel, die Minnie.
Und auf die Bierkatakomben von Wasserburg: Schaut unbedingt mal in diese Gewölbe und schnuppert bayerische Biergeschichte, dazu rund 45 Minuten Zeit und warme Kleidung mitbringen! Die Führungen kann man online auf der Website der Bierkatakomben buchen. 

Außerdem suchen die Kellerfreunde Nachwuchs in ihren Reihen: geschichtlich interessierte Menschen, die gerne Führungen machen und diese Örtlichkeiten mitpflegen helfen. E-Mail-Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Viel Vergnügen

Eure Moni

Quellen: Neben den Erkenntnissen aus der Führung von Witgar Neumaier jun. habe ich mit freundlicher Genehmigung kurzgefasste Inhalte aus der von ihm und seinem Vater herausgegebenen Broschüre verwendet.

Eine etwas andere Buchvorstellung: »Mords-Trara«

Noch bevor mein erster Minnie-Fall veröffentlicht war, durfte ich »Mords-Trara« bei Radio Regenbogen (Charivari Rosenheim) vorstellen.
Nach der aufregenden Warterei auf die Taschenbücher (siehe voriger Blogartikel) kam gleich die nächste spannende Sache auf mich zu: meine erste Aufnahme fürs Regionalfernsehen.

Benedikt Schnitzenbaumer vom rfo strahlte glücklicherweise so viel professionelle Gelassenheit aus, dass ich »Nerverl« mich sicher fühlte. Er wollte eine andere Art der Buchvorstellung drehen: nicht im Studio, sondern auf den Schauplätzen aus dem Krimi, direkt in Wasserburg. Vor der Kamera zu stehen bin ich gewohnt, dank der beruflichen Fotoleidenschaft meines Mannes. Aber er retuschiert in Photoshop geschlossene Augen weg und bügelt die schlimmsten Falten aus meinem Gesicht. Ich bin schon gespannt, wie ich mich im bewegten Bild mache. Hoffentlich besser!
Die Buchvorstellung läuft am 12. Januar von 18 bis 18.30 Uhr im rfo (bzw. RTL regional) und ist danach in der Mediathek zu sehen.

Hier ein paar Eindrücke vom Dreh, der am 21. Dezember, also zwei Tage vor dem zweiten Corona-Lockdown, stattfand.

rfo Wasserburg InterviewAm Morgen war die Sicht so schlecht, dass ich gerade das Ende unseres Gartens erkennen konnte – und wir besitzen keinen Park. Direkt zum Dreh riss endlich zumindest in Wasserburg der Nebel auf – man hätte sonst leider nicht einmal auf das andere Innufer gesehen!
Die Stadt war an diesem Montag voller Menschen, die Einkäufe machten und andere Menschen sehen wollten, bevor die Möglichkeiten wieder eingeschränkt würden.
Wegen des Gewimmels änderte ich meine geplanten Standorte, an denen ich etwas zu Minnie und Co. erzählen wollte. Wir brauchten mehr Ruhe und Platz, um (coronakonformen) Abstand zu halten.
Wegen der Menschenmengen verzichteten wir auch schweren Herzens auf die Aufnahmen von Cafés und Plätzen, die ebenfalls Handlungsorte sind. Als Trost: Hier gibt es schöne Sommer- und Herbstfotos aus der Stadt.
Wir begannen das Interview gegenüber der Wasserburger Häuserfront (mit der fiktiven Minnie-Wohnung) mit kurzen Infos zum Buch und mir.

Ab da folgten Kameramann/Interviewer und mein Mann mir auf den Fersen über die Rote Brücke und durch die Stadt.
Den nächsten Halt machten wir gleich auf der anderen Innseite unterm Brucktor. Die tollen Töpfereien in der Voglwerkstatt hatten mich zum Job meiner Protagonistin inspriert. Ich stellte weitere wichtige Personen im Buch vor.

rfo Wasserburg Interviewrfo Wasserburg Interview










Dann zeigte ich, was ich an Wasserburg auch so liebe: Wir wanden uns durch kleine Durchgänge, überquerten den Marienplatz und wanderten zum Teil auf Minnies Spuren während der Verfolgungsjagd.

Oben an der Burg gab es weitere Aufnahmen und Informationen.rfo Wasserburg Interview

Wo wohnt Minnies Freund?
Hier kommt man zur Wohnung ihrer Mutter Traudl, die Minnie nicht nur mit ihren Horoskopen ins Schwitzen bringt. Sie hätte gerne eine andere Tochter: zielstrebig und abgesichert. Doch Traudl lernt, dass ein soziales Gewissen wertvoll ist.
Wir genossen trotz des nasskalten Wetters den Blick über die Dächer der Stadt.



In eisiger Winterluft kletterten wir an der Burg die Treppe zum Inn hinunter.
Der Weg am Fluss entlang – ein Traum bei Sonnenschein – endet am ehemaligen Eisenbahntunnel unter der Schanze.

rfo Wasserburg Interviewrfo Wasserburg Interview











Dort versucht Minnie einen Mordverdächtigen zu befragen – zum Entsetzen ihrer Mutter und ihres Freundes. Diese Szene las ich auf der Bank (im Sommer ein wunderschönes Plätzchen, an diesem Tag saukalt) für das Fernsehen vor – spontan, ohne geübt zu haben. Also seid bitte nachsichtig.

Wir waren beinahe zweieinhalb Stunden unterwegs gewesen. Mein angeeister Kiefer machte etwas Probleme beim Sprechen. Aber alles Wichtige war gesagt und gezeigt.
Alles Weitere erfahren die Leser in »Mords-Trara«.
Und wer auf Minnies Spuren wandeln möchte, ich kann euch Wasserburg nur wärmstens an Herz legen.

rfo Wasserburg InterviewVielen Dank an dieser Stelle an Benedikt Schnitzenbaumer für seine geduldige und spontan auf mich eingehende Arbeitsweise, für die Einblicke in seinen Beruf und den spannenden Vormittag. 

Mittlerweile hat sich die Minnie in den Buchhandlungen und in absolut zufriedenstellenden Rängen bei Amazon niedergelassen, was mich sehr freut. Also ein Happy End, wie es in meinen Büchern üblich ist. Vielleicht sollte ich mich darauf mehr verlassen und dadurch meine Nerven schonen?


Meine Tastatur klappert bereits wieder fleißig: Minnies zweiter Fall führt die Leser gleich zu Beginn an einen besonderen Ort in Wasserburg: die Bierkatakomben. Wie es mir hier mit der Recherche ergangen ist, berichte ich euch demnächst. 
Das Buch selbst wird voraussichtlich im Sommer erscheinen. Je nachdem wie mich der Fall fordert.

Eine gute Zeit, bleibt’s gsund
eure Moni

Weitere Veröffentlichungen auf Katie S. Farrell und Ainoah Jace

Links zu Radio- und Fernsehinterviews bzw. Buchvorstellungen auf Links.


print mords kaliber artikelausschnitt quelle ovb heimatzeitungen 300px
Quelle: OVB Heimatzeitungen



print mords trara artikelausschnitt quelle ovb heimatzeitungen 1200px

Quelle: OVB Heimatzeitungen

Über "Mords-Trara"
gemeindeblatt 2021 1 tn
Quelle: Griestätter Gemeindeblatt

Artikel zur Veröffentlichung der zweiten Anthologie der Rosenheimer Autoren
Gemeindeblatt 2021 03 11 tn
Quelle: Griesstätter Gemeindeblatt


2017 08 24 Fantastisches Erfolgsgeheimnis
Quelle: OVB Heimatzeitungen

Nervenaufreibendes Autorenleben zur Veröffentlichung von »Mords-Trara«

Ich kann mit einiger Erfahrung aufwarten – nach über 20 Jahren des Schreibens und acht Jahren des Veröffentlichens von mittlerweile 21 Büchern.
Vor vier Jahren haben mein Mann und ich uns für die Gründung eines eigenen Verlags entschieden, weil ...

... ich eine Selfpublisherin bin. Für viele aus der Buchbranche zu Beginn des Hypes ein Synonym für Dilettantismus. Auch wir haben unsere Fehler und Erfahrungen machen müssen, aber im Grunde läuft unsere Tätigkeit auf diesem Sektor seit Jahren unkompliziert, aber arbeitsreich dahin. Wie viele andere Schriftsteller musste ich schon des Öfteren eine schmerzhafte Ablehnung meiner Bücher aushalten, denn unbekannte Autoren von Fantasy- und Romantikthrillerromanen sind ein Risiko bei geringem Auslageplatz in vielen Buchhandlungen. Dennoch oder gerade deshalb bin ich stolz auf mein Tun. Denn dieses selbst Veröffentlichen ist eine Heidenarbeit, zu der man Mut, Fleiß und Durchhaltevermögen braucht. Das können KollegInnen, Agenturen und Verlagsprofis beurteilen. Mittlerweile sind unsere Bücher schon einige Jahre neben den E-Books ebenfalls als Taschenbücher im Buchhandel erhältlich – ein auch für uns risikoreicher Schritt, den wir uns lange überlegt hatten.
Vorankündigung MinnieDas Schreiben ist mir natürlich der liebste Part an der ganzen Sache, er geht mir leicht von der Hand.
Für Lektorat und Korrektorat habe ich wunderbare Profis an meiner Seite. Obwohl ich selbst als Lektorin arbeite, weiß ich doch, dass auch ich blind für eigene Fehler bin.
Der Grafikprofi für meine Cover und zuständig für das Sichtbarmachen meiner Geschichten ist mein Mann, Fotograf und Webdesigner. Für die Werbung darf ich wieder ran. Also arbeitete ich mich in Social Media ein (hier ist noch viel Luft nach oben) und lernte, meine Website zu pflegen oder Flyer zu erstellen. Zurzeit versuche ich mich an Audio- und Videoerstellung. Das alles macht mir riesig Spaß, braucht aber Zeit, was natürlich auf Kosten des Schreibens geht.

Mein Mann und ich sind ein eingespieltes Team rund um die Bücher und E-Books, die seit 2012 unter meinen Pseudonymen Katie S. Farrell und Ainoah Jace laufen.
Dann trat die Krimi-Minnie auf den Plan und mit ihr ein Lokalkrimi. Die Anonymität verlassen? Na gut. Wir sind ja keine Anfänger mehr, ich trau mich.

Kurz gesagt: Es hat mich überrollt, obwohl ich so früh wie nie zuvor geplant hatte. Wir haben Luft gelassen, die uns zuletzt sehr knapp wurde – trotz aller Übung und professioneller Erfahrung.
Website, Flyer, Presseankündigungen, Klappentext waren vorbereitet, Kontakte zu Radio, Regionalfernsehen und OVB aufgenommen. Mein Veröffentlichungswunsch: 1. Dezember! Dass es vermutlich eine Woche später würde, war mir eigentlich klar – kein Grund zur Beunruhigung!

Doch dann hakte es von einem Tag auf den anderen überall, und bei jedem Häkchen blieb Zeit auf der Strecke.
- Meinem Mann wuchs die Arbeit über den Kopf, das Cover musste warten: erste Woche weg.
- Der von der Druckerei angeforderte Proof (Probedruck) hatte es sich eine Woche in der Nürnberger UPS-Dependance bequem gemacht: zweite Woche weg.
- Unser Partner für den Großvertrieb brauchte eine Woche länger als gewöhnlich, um das Buch zu listen.
- Das mit einem plötzlich unerreichbaren Support ausgestattete Amazon ließ unser E-Book (bis drei Stunden vor der Veröffentlichung!) in der Warteschleife hängen und verweigerte uns den Zugriff.

Die Veröffentlichung war auf den 19. Dezember verschoben, als der wunderbare Zeitungsartikel, über den ich mich nach wie vor sehr freue, etwas früher als erhofft, bereits am 10. Dezember veröffentlicht wurde.
Und um mich herum brach die Hölle los: Alle wollten die Krimi-Minnie. Und die war noch nicht gedruckt, weil wir den Proof sehen wollten.

Dieser Tag, an dem es meine Krimi-Minnie tatsächlich als Aufmacher-Artikel auf die Wasserburger Zeitung geschafft hat, traf mit einem Online-Sprecherkurs zusammen, bei dem meine Konzentration gefragt war. Ein schwieriges Unterfangen an diesem Tag.

Mords Trara LieferungBei jeder Pause sauste ich ins Büro meines Mannes, um ihn jedes Mal etwas blasser mit einer neuen Hiobsbotschaft vorzufinden. Die ersten beiden Male hatte er noch ein aufmunterndes »Keine Sorge, das kriegen wir hin« für mich parat.

Erster Schock: Unser bisher super verlässlicher Vertriebspartner hatte versehentlich die uns zugesicherte ISBN-Nummer anderweitig vergeben, ohne uns sofort zu informieren. Genau am Abend zuvor hatten wir endlich den Druck von 1000 Büchern freigegeben und die Buchhandlungen über das Buch – natürlich mit dieser ISBN – informiert.
Mein Mann stoppte den Druck, schickte neue Daten an die Druckerei, änderte Flyer und Website, während ich die Buchhandlungen vertröstete und mich dann wieder 90 Minuten mit der richtigen Aussprache von fertig (mit ch) und Ch-Begiffen wie Ch(k)am, Ch(ch)ina und Ch(tsch)ile beschäftigte.

Zweiter Schock: Amazon mahnte unser E-Book an, ohne uns die Möglichkeit zu geben, es freizuschalten. Mit der finsteren Drohung, es zu sperren. Auf jede verzweifelte Mail von uns erhielten wir Standard-Blabla mit einer weiteren Mahnung.

Dritter Schock: Unser Vertrieb teilte uns im gemütlichem Sprechtempo mit, dass noch ein paar Tage ins Land gehen würden, bis man die Buchhandlungen über den Liefertermin informieren könne. In der nächsten Pause rutschte ich auf telefonischen Knien herum, um der Sachbearbeiterin zu vermitteln, was gerade an PR für das Buch am Laufen war, die ja nicht umsonst sein sollte. Und ich wollte auf keinen Fall Buchhandlungen und Bestellern verärgern. 

Im Sprecherkurs ging es nun um 5 (fünf, nicht fümf) und Politiiiiiiik sowie und(t). Nebenbei begann ich zu beten, dass ich nicht bei meinem ersten Auftritt unter meinem richtigen Namen – in meiner Heimat – viele Menschen enttäusche, die sich auf die Minnie unter dem Christbaum gefreut hatten. Das war für mich der schlimmste Aspekt, der mir tagelang den Schlaf raubte und grimmigste Bauchschmerzen bescherte. Denn solche Art Stress stecke ich schlecht weg. Mords Trara Lieferung

Vierter Schock: Die Druckerei zweifelte, dass sie den Liefertermin 19. Dezember halten könne. 
Nervlich am Ende planten wir um und erflehten eine Vorab-Express-Lieferung für die Wasserburger Buchhandlungen. Die Druckerei kam uns freundlicherweise entgegen.

Nun brachte nicht einmal mehr mein optimistischer, gleichmütiger Mann das übliche »beruhig dich, Moni« über die Lippen.
Und ich begann an meinem Entschluss zu zweifeln, unter meinem richtigen Namen zu veröffentlichen: Was habe ich mir nur dabei gedacht? Warum bin ich nicht einfach beim Schreiben, ohne damit Geld zu verdienen, geblieben? Und das unter Pseudonym!

Am 18. Dezember wendete sich endlich das Blatt:  Die Expresslieferung traf ein, wir lieferten erleichtert in Wasserburg aus.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Buchhandlung Fabula für das selbst organisierte Ankündigungsplakat (Bild oben links). Das war der erste Moment für mich, an dem ich realisierte: Es hat geklappt, und die Wasserburger warten wirklich auf meine Minnie. Ich war unglaublich gerührt.

Und als am nächsten Tag – pünktlichst – die Restlieferung eintraf, war zumindest die Krimi-Minnie-Welt wieder in Ordnung.

Nach diesem kurzen Einblick in das eher nervenaufreibende als langweilige Autorenleben hoffe ich, dass alle, die »Mords-Trara« als Weihnachtsgeschenk bestellt hatten, es auch bekommen haben.

Ich freue mich darauf, zu hören, wie euch die Geschichte gefallen hat. Und im Lauf des nächsten Jahres (nein, ich mache keine weiteren verhängnisvollen Aussagen) wird wohl Teil 2 erscheinen, an dem ich bereits voller Freude entspannt schreibe.

Eine gute Zeit, bleibt‘s gsund
eure Moni

Moderner Lokalkrimi im oberbayerischen Wasserburg

Zwischen Weinfest und Nachtflohmarkt wird fleißig ermittelt

Die sympathisch-skurrile Heldin Minnie gerät durch Neugier und Mitgefühl in der mittelalterlichen Innstadt mitten in die Gefahr.

Aussicht Herbstabend Wasserburg

Beschreibung

buchcover stehend big

Der Fall: Haustürbetrug und Mord … und mittendrin mal wieder die »Krimi-Minnie«, wie die Beamten der örtlichen Polizei die Mayrhofer Minnie liebevoll-spöttisch nennen. 

Ihr Steckbrief: neugierige Lebenskünstlerin mit kriminalistischer Spürnase 

Im ersten Band der humorvollen Reihe macht sich Minnie mit Ratschkatl und Ex-Polizist Gustl auf Mördersuche in den mittelalterlichen Gassen. Und was sie entdeckt, raubt Freund Alex den letzten Nerv …  


Inhaltsverzeichnis

  1. Der Anfang alles Bösen
  2. Von Boxern, Betrügern und der Kunst
  3. Ein Mords-Gschiss
  4. Blumenmädchen und Sexgott
  5. Eis mit Grappa
  6. Saturn im ersten Haus
  7. In der Nacht sind alle Hunde schwarz
  8. Vernissage auf High Heels
  9. Krimi-Minnies zweiter Fall
  10. Backgroundinfos
  11. Habt ihr eine Minute Zeit?
  12. Bayrisch-hochdeutsches Glossar
  13. Weitere Bücher und Leseproben


Leseprobe

Von Boxern, Betrügern und der Kunst

Wasserburg am Inn im Juli

Es ist stockdunkel, als ich mit Herzrasen hochfahre. Ich sitze im Bett wie ein aufgeschreckter Hase. Mein Blick huscht durchs Zimmer, nachdem ich endlich den Lichtschalter gefunden habe.
Was hat mich geweckt?
Die Müllabfuhr, die heute um halb sieben in der Altstadt unterwegs ist und von der ich den Eindruck habe, dass sie unter meinen Fenstern immer besonders lange ihren Rüttler betätigt? Was möglicherweise tatsächlich so ist. Denn meist klebt viel graue Masse – sprich künstlerisch nicht verwertbares Rohmaterial aus meiner Töpferei – in meiner Mülltonne.
Meine bebenden Finger ertasten das Handy auf dem Nachttisch. Natürlich rutscht es mir aus der Hand, aber ich erwische es, bevor es auf den Boden knallt. Erst fünf Uhr – also sind die Müllmänner schuldlos.
Ich lausche gespannt, mein Hals ist trocken, und das Schlucken fällt mir schwer. Das Gurren der Tauben auf dem Dach gegenüber klingt laut durch die sommerliche Morgendämmerung, noch lauter folgt die Kirchturmuhr von Sankt Jakob. Im Haus knarzt eine Stiege. Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Stufen knarzen sogar, wenn keiner auf die schiefen Dinger tritt.
Oder ist da jemand zu dieser Zeit unterwegs?
In meiner Altbauwohnung im vierten Stock eines schmalen Hauses zwischen anderen schmalen Häusern in Wasserburg am Inn wohnen nicht allzu viele Leute. Unter mir im dritten Stock wäre da die Frau Kreuzpointner, die fängt mit dem knarzenden Wandern so gegen fünf Uhr dreißig an. Weil sie das Kreuzweh nicht länger schlafen lässt. Das weiß ich, weil sie mir alles – jedes Wehwehchen – haarklein berichtet. Wenn ich sie ließe, sogar minütlich.
Im zweiten Stock sind neulich zwei Jungs eingezogen, die sich mit einer Eventfirma selbstständig gemacht haben. Davon gibt es einige in der Gegend. Und Wasserburg hat nicht wenige Events. Lange dauert es nicht mehr, dann ist es Ende Juli: Zeit für das Weinfest und den Nachtflohmarkt. Und damit für jede Menge Besucher. Wasserburg wird überflutet, nicht mit Wasser wie beim Frühjahrshochwasser, sondern mit Flohmarktverrückten, die ihren Stand mit Laternen, Kerzen und Lampen aller Art erhellen. So können die vielen Gäste bis Mitternacht sehen, welcher Grusch aus dem urgroßelterlichen Keller präsentiert wird. Ich gehöre übrigens auch meist zu denen, die hinter einem Tischlein sitzen, aber ich mache meine eigene Flohmarktware. Und die geht an einem solchen Abend gut weg.
Wieder knarzt es. Ganz deutlich.
Ist einer der Chuans schon auf dem Weg in die Frühschicht? Die thailändische Familie Chuan wohnt im ersten Stock. Sie ist eine kleine Familie. Klein ist in diesem Fall zweideutig gemeint: Mutter, Vater, ein Kind, alle unter 1,60. Und stets gut gelaunt. Mein Freund Alex – über 1,80 groß – meinte mal, dass kleine Leute sich zwischen großen Problemen leichter durchwuseln und sich daher nicht aufregen müssen. Darauf folgte sein freches Grinsen, als er mich – auch nur 1,65 hoch gewachsen – von oben bis unten musterte. »Ich versteh eh nicht, warum du dich immer so aufregst, Minnie.«
Dabei ist das gar nicht wahr! Ich bin klein und nicht aus der Ruhe zu bringen. Was für seine Aussage über die kleinen Leute spricht. Wenn ich allerdings nur »künstlerischen Müll« produziere oder es um fünf Uhr im Haus knarzt, rege ich mich tatsächlich auf. Und Minnie heiße ich übrigens nicht, weil ich so klein bin, sondern weil meine Mutter etwas seltsam ist. Jetzt kommt das Knarzen von der Frau Kreuzpointner unter mir dazu. Meine Ohren werden länger, weil es schon sehr ungewöhnlich ist, dass sie zur Wohnungstür geht und diese öffnet.
»Hallo, ist da wer?«
Das gibt es nicht! Sie schreit durchs Treppenhaus. Um fünf Uhr früh! Ich stehe seufzend und immer noch ein bisserl zittrig auf und schaue auch ins Treppenhaus.
»Frau Kreuzpointner, was ist denn los?«
Ich versuche es ohne Schreien, sie jedoch plärrt zurück: »Mei, Minnie, da war einer vor meiner Tür. Vielleicht einer von den Sammlern gestern. Die wollten noch mal kommen, weil ich kein Geld dahatte.«
»Ja, aber doch ned mitten in der Nacht, Frau Kreuzpointner.«
»Ja, da hast du recht. Dann war das ein Einbrecher!«
»Auf jeden Fall ist er weg.« Das ist sicher, weil ich eilige Schritte auf der Treppe und danach das Schlagen der Haustür gehört habe. Eigentlich sollte unten nachts zugesperrt sein. Möglicherweise hat einer gewartet, bis unser Molkereifachmann zur Frühschicht gegangen ist? Ich beuge mich über das Geländer und sehe direkt in die weit aufgerissenen Augen meiner Unter-mir-Nachbarin.
»Frau Kreuzpointner, ich geh schnell runter und sperr ab, in Ordnung? Und dann schlafen wir beide noch ein bisserl.«
Sie nickt hektisch und sagt kein Wort, sie hat also wirklich Angst. Normalerweise ist sie nämlich nicht auf den Mund gefallen. Und sie hätte unter Garantie meine Strickjacke beziehungsweise den kurzen Jumpsuit, Alex nennt ihn neckend Spielanzug, darunter kommentiert. Aber nicht heute.
Als ich die Treppen hinuntertappe, geht die Beleuchtung im Innenhof aus. Unwillkürlich bleibe ich stehen. Und wenn doch noch einer da ist und lauert? Die Lichter der Stadt dringen nicht bis hierher vor. Vorsichtig schleiche ich vorwärts, die Hand an der Wand, bis ich den nächsten Lichtschalter erreiche. Mein Herz rast, nachdem es eben erst vom Galopp in einen ruhigen Trab übergegangen war. Dann wage ich mich weiter bis ins Erdgeschoss, immer mit misstrauischem Blick in die Runde. Uhu sein wäre jetzt nicht verkehrt, 360 Grad Kopfdrehung gibt einem Sicherheit. Ich sehe niemanden und sperre die Außentür zum Gehweg unter den Arkaden zu.
Frau Kreuzpointner wartet, bis ich bei ihr vorbeikomme. Mit einem Gähnen sage ich:
»Gehen’s wieder ins Bett, es kann nichts passieren.« »Danke, Minnie.«
»Gern geschehen«, erwidere ich höflich, auch wenn das ein bisschen gelogen ist. Bevor ich auf meiner Etage ankomme, fällt mir was ein.
»Frau Kreuzpointner, Sie geben aber keinem Fremden Geld mit oder lassen ihn in die Wohnung, gell?«
»Nein, nein, Minnie. Du kennst mich doch.« Eben, denke ich und nehme mir vor, morgen ein Auge auf diese Sammler zu werfen. Allerdings kommt mir am nächsten Tag erst einmal meine Arbeit dazwischen. Und danach ist es zu spät.
Einige sagen »Baazlerei« zu meinem Job. Natürlich nicht die Kunstverständigen, von denen es viel zu wenige in meinem direkten Umfeld gibt. In Wirklichkeit bin ich Keramikerin und betreibe eine Töpferei im Erdgeschoss des Hauses, in dem ich lebe.
Die Räumlichkeiten teile ich mir mit einem Haustierbedarfsgeschäft, dessen Chef Franz ein fauler Hund ist. Ihm gehört der Bereich des Erdgeschosses, der unter den Arkaden Richtung Marienplatz liegt – wo auch die Kunden vorbeispazieren – und ich arbeite in meinem Atelier nach hinten hinaus zum Inn. Nebenbei ist der Franz seit letztem Jahr zusätzlich unser Hausmeister, aber für diese Arbeit noch ungeeigneter als für den Verkauf. Er kehrt im Sommer ab und zu und beseitigt im Winter Schnee durch Salzstreuen. Deshalb hatten wir des Öfteren ernsthaften Streit. Kann man nicht erst räumen und anschließend Splitt streuen? Das stählt die Muskeln und schont die Umwelt! Ansonsten informiert er entsprechende Firmen, falls mal die Heizung ausfällt oder ein Rollo kaputtgeht. Er sperrt den Keller auf, wenn Öl geliefert wird. Das war es dann schon ziemlich. Denn Franz ist bereits mit einer lockeren Türklinke überfordert.
Deren Reparatur übernehme meist ich, weil es mir in der Seele weh tut, wenn meine Mutter sogar dafür zahlen muss. Mich wundert auch, dass er bei dem Bewegungsmangel und der kalorienreichen Lebensführung so dürr ist. Der Franz geht gern mal nach nebenan in die Eisdiele. Da sieht er nicht immer, wenn Kundschaft kommt. Also bin ich inzwischen ebenfalls in Hundeleinenverkaufsberatung und Bedienen der Kasse geübt. Immerhin sind Hundeleinen, Futternäpfe und Co. zu gleichen Teilen mit meinen Töpferwerken im Schaufenster vertreten, was gar nicht so schlecht passt: Ich habe mich nämlich auf Tiere spezialisiert.
Ja, es existieren natürlich auch Tassen und Teller, Salatschüsseln und Co., auf deren Unterseite mein Logo, ein Wolpertinger, mit meinen Initialen M. M. steht. Berühmte Initialen, die in meinem Fall Minnie Mayrhofer bedeuten. Eigentlich müsste es A. M. heißen, für Arminia Mayrhofer. Arminia, die starke Heldenhafte. Aber so stark, wie meine Mutter das gerne hätte, bin ich nicht.
Und weil ich so vielseitig bin und entsprechend töpfere, ist der Wolpertinger eben mein Logo. Was ein Wolpertinger ist? Na, DAS urbayerische Viecherl neben dem Tatzelwurm, dem Drachenähnlichen. Ein Wolpertinger ist sehr flexibel, was manch einer fälschlicherweise dem Bayern abspricht. Er kann Hasen- oder Fuchsohren haben. Also der Wolpertinger, nicht der Bayer. Er besitzt Flügel oder ein Hasenschwanzerl, manchmal auch Fischschuppen und ein Rehbockgeweih. Meiner auf dem Logo ist die niedliche Variante mit den Hasenohren und dem kleinen Geweih eines jungen Hirsches.
Ironischerweise ist meine Mutter die Hauseigentümerin, sie hätte mir sehr wohl die bessere Hälfte des Ladens geben können. Sie betrachtet es stattdessen als ihre mütterliche Pflicht – der sie leider nur zu gerne in allen Bereichen nachkommt –, mich zu einer »vernünftigen«, sprich einträglichen Arbeit zu zwingen. Ich leide an chronischem Geldmangel, weshalb sie nichts von meinem Job hält.
Meinen Jobs – Plural. Denn ich bin nebenbei Autorin, Spülhilfe im Eiscafé und manchmal springe ich als Stadtführerin ein. Ab und zu bekomme ich lukrative Aufträge und darf zum Beispiel den Lieblingswuffi einer Dame nachformen. Das bringt Geld und meistens Spaß.
Aktuell töpfere ich den Boxer der Frau Wegner, allerdings verzweifle ich an den Lefzen des Sabberhundes. Dabei sinniere ich über die kuriosen Wirren des Schicksals. Meine Mutter Traudl hat einen ebenso brotlosen Job wie ich, sie ist Sterndeuterin. Mein Vater hat sich aus dem Staub gemacht, als ich unterwegs war, deshalb hat sie sich klug verheiratet. Ich sage Traudl – nicht Mutter oder Mama – seit ich denken kann, weil sie es sich immer verbeten hat. Einen triftigen Grund gibt es nicht, außer man akzeptiert, dass diese Bezeichnung eine Frau schlagartig altern lässt. Jetzt ist Traudl wieder geschieden. Sie hat ihren reichen Autohausbesitzer aber nicht an seine Sekretärin oder eine Schickimickimaus verloren. Nein, hier eine weitere Kuriosität: Eine andere Sterndeuterin hat ihr den BMW-Fuzzi weggeschnappt. Deren Deutungen haben ihm angeblich besser gepasst. Ich bin mal bösartig und mache das D-Körbchen der Dame im Vergleich zum B-Körbchen meiner Mutter mitverantwortlich.
 

Rezensionen

»Einen so witzigen Krimi kann ich nur empfehlen! Beim Lesen kam ich aus dem Schmunzelmodus nicht mehr heraus. Die Stadt Wasserburg am Inn ist genial und dreidimensional beschrieben, geschickt in die Story eingebaut, ja, ist fast so etwas wie eine zweite Hauptfigur. Apropos Figuren: von herzlich bis naiv, von weise bis böse, von normal bis ein bisschen „gspinnert“ ist alles dabei, und man kann sich in die Beteiligten einfühlen. Das Lesen von Mords Trara macht total Spaß, ist nebenbei auch noch spannend – na klar – mit einem überraschenden Schluss. Ist das wirklich der erste Humorkrimi der Autorin? Wir werden hoffentlich mehr von Krimi-Minnie zu lesen bekommen. Vielen Dank dafür und natürlich fünf Sterne!«

»Ein sehr, sehr schöner Cosy-Krimi: Ich mag die brutalen und blutrünstigen Hardcore-Krimis nicht sonderlich, Cosy-Krimis liegen mir viel mehr. Und das wird hier bestens bedient. Minnie ist eine super Type, Gustl auch, der Freund Alex und Traudl ebenso und Hunde gibt's noch obendrauf. Dazu viel Lokalkollorit von Wasserburg, eine interessante Story dazu, alles bestens. Minnie und ihr Freund haben sogar hin und wieder Sex (natürlich nur dezent umschrieben), das macht alles sehr menschlich. Ich wünsche mir viel mehr davon und freue mich auf den nächsten Band. Fazit: von mir volle 5 Sterne und meine uneingeschränkte Leseempfehlung.«

»Krimi-Minnie macht Lust auf mehr… Klare Leseempfehlung für alle, die Lust haben auf einen Plot vor wunderschöner Kulisse mit Spannung, sympathischen Charakteren und wunderbar bissig-bayerischem Humor! Ich freu mich auf Teil 2 mit Krimi-Minnie und ihren Weggefährten!«

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Erhältlich als E-Book:

E-Bookversion Darcey

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 625 KB
ASIN: B08P5HS3X4
Amazon, Kindle and all related logos are trademarks of Amazon.com, Inc. or its affiliates.

Erhältlich als Taschenbuch: 

Taschenbuchversion  

Paperback
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3966989008
www.eyedoo.biz 

 

Zusammenarbeit mit den Rosenheimer Autoren

Über zwanzig Mitglieder hat meine Autorengruppe mittlerweile, von denen die meisten sehr regelmäßig bei den Treffen ihren Spaß an netten und konstruktiven Gesprächen haben. Dass sich darüber hinaus auch freundschaftlich-private Kontakte ergeben haben, ist kein Wunder.

Rosenheimer Autoren Zauberhafte Urlaubsgeschichten CMYKIm Frühjahr 2021 ist nun unsere zweite Anthologie erscheinen, veröffentlicht im Rosenheimer Verlagshaus. 

Urlaubsanthologie »Zauberhafte Urlaubsgeschichten aus dem Chiemsee Alpenland« 

Bayern zieht Einheimische wie Urlauber in seinen Bann, ganz besonders die Region des Chiemsee Alpenlandes. Der Blick auf den Wendelstein ist atemberaubend, ebenso die Aussicht über den Chiemsee, wenn man von Frasdorf den Berg hinunterkommt. Doch welche Geschichten verstecken sich in all den kleinen Orten, die sich so romantisch in die hügelige Landschaft fügen?

In ihrer zweiten Anthologie erzählen die "Rosenheimer Autoren" spannende, lustige oder zu Herzen gehende Urlaubsgeschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für kurzweilige Unterhaltung ist gesorgt, wenn der Leser das Rosenheimer Herbstfest aus der Sicht eines Luftballons, ein Golfturnier in Maxlrain oder eine besondere Wanderung am Samerberg erlebt. Vom ersten Skikurs des kleinen Max in den 50er Jahren wird erzählt und spannend wird es bei einer rasanten Radltour rund um den Chiemsee. Vielleicht findet der eine oder andere Leser gar ein neues bayerisches Fleckerl, das er unbedingt kennenlernen möchte?

Hier der Podcast mit einer Geschichte aus Wasserburg: Die Krimi-Minnie auf dem Nachtflohmarkt:



Radiopodcast, Presse und Weiteres zu den Rosenheimer Autoren auf www.die-rosenheimer-autoren.de und Facebook.

Das Ergebnis unserer ersten Zusammenarbeit, initiiert durch Luzi van Gisteren und herausgegeben von Kerstin Groeper, war eine Weihnachtsgeschichtensammlung.

wundersame Winterzeit Cover aktuellWeihnachtsanthologie »Wundersame Winterzeit – Geschichten für die dunklen Monate« 

Die 17 Geschichten  und ein Liedtext sind eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Genres und reichen von klassischer Belletristik bis hin zu ausgefalleneren Kurz-Krimis. Allen gemeinsam ist, dass sie im Rosenheimer Landkreis spielen. 

Wenn es draußen schon früh dunkel wird und der Schnee die eisige Kälte aus den Bergen mitbringt, ist es Zeit, sich an den gemütlichen Kamin zu setzen und wunderbaren Erzählungen zu lauschen. Autoren und Autorinnen aus dem Inntal haben sich zusammengetan, um mit dieser Sammlung Winterträume zum Leben zu erwecken. Da stellt ein Dorf alles auf den Kopf, um den Wunsch eines kleinen Mädchens zu erfüllen, sonderbare Gestalten bringen Geschenke und Chaos mit, aus unerwarteten Begegnungen werden zauberhafte Tage und in der kalten Jahreszeit werden die Herzen ganz warm. Winterzeit ist Geschichtenzeit.

Erhältlich beim Rosenheimer Verlag, über den Buchhandel um die Ecke oder auch online bei allen üblichen Adressen. (Beispiel: Amazon oder Hugendubel)

ISBN 978-3-475-54808-6 / 208 Seiten - Gebunden, Preis 12,95 €  

 
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Recherche-Reisen einer Autorin

Über Reiseabenteuer zu Buchideen: Erfahren Sie, wie sich Ideen für Handlungen entwickeln, wie sich Szenerien in die Fantasie hineinschmuggeln und schließlich zu Büchern werden.

Beschreibung

Geschichten im Gepäck - FrontcoverGeschichten im Gepäck - BackcoverUnterhaltsam – abenteuerlich – persönlich – liebenswert

Monika Nebl schreibt seit vielen Jahren als Katie S. Farrell Romantikthriller und unter dem weiteren Pseudonym Ainoah Jace Fantasyromane.
Mit augenzwinkerndem Humor präsentiert die Autorin bunt bebilderte Reiseeindrücke und private Anekdoten von nahen und fernen Orten, darunter Bayern und Sri Lanka, Paris, der Spreewald oder Kroatien. In kurzen Leseproben aus ihren Romanen verschafft sie ihren Lesern einen ganz neuartigen Einblick in die Gedankenwege einer Schriftstellerin.

Wie entsteht eine Welt unter dem Vulkan? Wie gefährlich ist Rafting tatsächlich? Wie anstrengend ist eine Verfolgungsjagd auf dem Wasser? Lassen sich Mutproben aus der aktuellen Realität in Fantasygeschichten und Romantikthriller integrieren?


 

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Spreewald und Müritz: Flusslande
  3. Wien: hochherrschaftliches Flair
  4. Frühling in Paris: der Montmartre-Friedhof
  5. Gardasee: Cuccagna und Olivengärten
  6. Schloss Amerang: Konzerte und Ritterfest
  7. Hunderennen Inzell: Eiswölfe in Aktion
  8. Kroatien: Meereswelten
  9. Altenhohenau: ein Zauberwald
  10. Drachenboot-Rennen: Verfolgungsjagden
  11. Tunesien: Märkte
  12. Tiroler Ache in Österreich: Rafting
  13. Indianer- und Trapper-Festival: Line Dance
  14. Gardasee: Skaligerburgen
  15. Bodensee: Pfahlbauten
  16. Irland: Mythen und Musik
  17. Wasserburg am Inn: Christkindlmarkt-Krimi
  18. Die Liparischen Inseln: aktive Vulkane
  19. Sri Lanka: Dschungel und Plantagen
  20. Weitere Beispiele für die Ideensammlung
  21. Weitere Bücher der Autorin
  22. Informationen und Kontakt

Leseprobe: Seite 7-17 von insgesamt 92 Seiten

Geschichten im Gepäck - Seite 7
Geschichten im Gepäck - Seite 8
Geschichten im Gepäck - Seite 9
Geschichten im Gepäck - Seite 10
Geschichten im Gepäck - Seite 11
Geschichten im Gepäck - Seite 12
Geschichten im Gepäck - Seite 13
Geschichten im Gepäck - Seite 14
Geschichten im Gepäck - Seite 15
Geschichten im Gepäck - Seite 16
Geschichten im Gepäck - Seite 17

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Erhältlich als Hardcover beim Verlag:

92 Seiten, DIN A4 Hardcover
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3964436436
www.eyedoo.biz

 
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