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Bücher

Bücher (6)

Moderner Lokalkrimi im oberbayerischen Wasserburg

Minnie ist wieder als Ermittlerin gefragt

Betrug an einer Wasserburgerin und ein Mord – das geht gar nicht! Weder für die Krimi-Minnie noch für ihren Freund Alex, der bei der Lösung des Falls eine andere Spur verfolgt und Minnie in die Quere kommt.

Beschreibung

Buchcover "Mords-Goschn"Der Fall: der Hias ist verzweifelt – die Liebe seines Lebens ist verschwunden! Die abenteuerliche Suche führt Minnie in Maisfelder und auf Datingportale.

Ihr Steckbrief: neugierige Lebenskünstlerin mit kriminalistischer Spürnase 

Auch wenn im dritten Band der humorvollen Reihe niedliche Alpakas eine Rolle spielen, ist dieser Fall alles andere als erfreulich. Denn düster sieht es nicht nur bei den neuen Mietern im Laden aus, sondern auch für Minnies Freund Alex. Und was wird er zu Minnies Abstecher in die Datingszene auf love-is-all-around-you.com sagen?


Inhaltsverzeichnis

  1. Die Stimme
  2. Laden gesucht
  3. Alpakas und schwarze Messen
  4. Entsetzen im Maisfeld
  5. Love-is-all-around-you.com
  6. Mords-Goschn
  7. Fäden und Knoten
  8. Minnie übernimmt
  9. Farben am Horizont
  10. Krimi-Minnies vierter Fall
  11. Hintergrundinfos
  12. Habt ihr eine Minute Zeit?
  13. Bairisch-hochdeutsches Glossar
  14. Karte von Wasserburg


Leseprobe

Wasserburg am Inn im Oktober

Die Schmerzen werden unerträglich, sie ziehen durch meinen Mund, über mein ganzes Gesicht und bringen mich zum Schwitzen. Wann ist die Behandlung endlich zu Ende? Ich putze meine Zähne doch vorbildlich, esse Süßes nur in Maßen und spüle sogar nach dem Kaffee den Mund aus, damit ich mein weißes Lächeln behalte. Trotz der etwas schiefstehenden Eckzähne. Woher kommt also bitte schön das Loch beziehungsweise die kariöse Erkrankung meines Zahns?
Ich will raus aus diesem Stuhl, aber der Zahnarzt hört nicht auf zu bohren. Seine Augen hinter der Plastikscheibe, die ihn vor Wasserspritzern, dem schlechten Atem seiner Patienten und vermutlich Schlimmerem schützt, werden immer größer und runder. Dann beginnen sie rot zu glühen. Ich fange an, um mich zu schlagen, doch ich bin an den Behandlungsstuhl gefesselt. Das Bohrgeräusch wird noch durchdringender, und ich schreie nun wie am Spieß.
Da höre ich Georges wütendes Gebell. Mein heldenhafter Hund ist gekommen, um mich zu retten. Ich schaffe es, die Fesseln zu lösen und aus dem Stuhl zu krabbeln, während George den Zahnarzt, den ich bisher sehr nett und kompetent fand, in Schach hält.
Seltsamerweise hört das Kreischen auch auf der Gasse draußen nicht auf. Ich spüre Georges nasse Zunge auf meiner Hand und … wache auf. Die Zunge ist an meiner Hand beschäftigt, vermutlich ist da jede Menge feines Salz zum Abschlecken, denn ich schwitze heftig nach diesem Traum. Dass ich einen Alptraum hatte, ist mir klar, als ich mein wild blinkendes Handy sehe und höre. Bin ich für Alpträume vom Zahnarzt nicht zu alt und abgeklärt, frage ich mich, während ich leicht verstört den Anruf entgegennehme.
»Ja?« Es ist drei Uhr morgens! Wer will da etwas von mir?
»Minnie, hier ist der Gerhard.«
»Gerhard, es ist mitten in der Nacht. Was ist denn los, um Himmels Willen?«
»Es wär besser, wenn du zum Galaxy kommst.«
In der Disco Galaxy auf dem Grundstück neben dem Freizeitbad Badria war ich ewig nicht mehr beim Tanzen. Das mache ich nur noch spontan auf Feiern, wenn eine gute Band spielt. Da kann es schon mal sein, dass ich mit meiner Freundin Toni auf der Bierbank stehend die Stimmung im Zelt anfeuere.
»Wieso? Ich hab geschlafen und will jetzt nicht in die Disco.«
Er lacht mich glatt aus – mitten in der Nacht, nachdem er mich aufgeweckt hat. Das erbost mich. Aber so gerädert wie ich mich fühle, fällt der Ausdruck der Verärgerung etwas schwächlich aus.
»Dank deinem Anruf hatte ich einen Alptraum, Gerhard.«
»Oder mein Anruf hat dich davor gerettet, noch Schlimmeres zu träumen«, meint er, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Denn möglicherweise saß ich bereits davor auf dem geträumten Behandlungssessel.
»Kannst du kommen und den Alex holen?«
Jetzt sitze ich aufrecht im Bett.
»Alex ist eigentlich aus dem Alter raus, wo man ihn von der Disco holen muss. Ist ihm was passiert?«
»Na ja, er hat randaliert. Wenn du ihn holst und auf ihn aufpasst, dann muss ich ihn ned einkasteln.«
Was? Mein vernünftiger Freund, der Banker, randaliert? Das hab ich ja in den fünf Jahren seit wir ein Paar sind, nie erlebt. Dass er und Basti zu Hause mal versuchen, sich gegenseitig mit Whiskey unter den Tisch zu trinken vielleicht. Aber randalieren oder prügeln? Niemals!
»Der Alex randaliert doch nicht, Gerhard. Da stimmt was ned. Ich mach mich auf den Weg.«
Bloß womit?
»Kann er auf die Vespa drauf, oder fällt er mir runter?«
»Wenn du ihn festbindest, könnte es gehen. Sagen wir mal so: Ein Auto wäre sicherer.«
Na wunderbar. Ich fahre so selten Auto, dass ich ernsthaft überlege, mir ein Taxi zu rufen. Aber alle Wasserburger Taxis sind am Samstag in der Nacht bis zum frühen Morgen wie wild unterwegs, um alle Kids oder sehr Junggebliebene heimzubringen.
Ich schnappe mir den Schlüssel von Alex’ Wagen vom Schlüsselbrett an der Tür und bemerke gerade noch rechtzeitig, dass ich besser die Schlafanzughose mit den Kätzchen gegen eine Jeans wechseln sollte.
Mein Hund schaut mich verstört an, als ich mir eine Jacke über das Schlafanzugoberteil werfe.
»Braver George. Bleib hier, ich bin gleich wieder da«, versuche ich, ihn zu beruhigen. Vermutlich ahnt er, dass ich noch nicht ganz bei mir bin, denn er besteht darauf, mich zu begleiten. Zumindest bis zum Auto. Glücklicherweise bin ich heute in Alex’ Wohnung, deshalb habe ich nicht weit bis zum Wagen, der in der Tiefgarage steht. Es ist kein fetter Mercedes, aber leider auch kein kleiner Wagen. Und es gibt verdammt viele Säulen hier unten, auf die man beim Ausparken achten muss.George setzt sich ans noch geschlossene Tor und beobachtet mich misstrauisch. Kluger Hund, der nicht bei mir einsteigt!
Anlassen – erledigt, Licht an – check, funktioniert, Rückwärtsgang – ist praktischerweise schon drin. Langsam fahre ich an und schlage ein. Es piepst ohrenbetäubend, weil die Säulen immer näher rücken. Ich wiederhole laut und unaufhörlich das Mantra »in den Spiegel schauen« so lange, bis ich den ersten Gang einlege und auf das sich nun öffnende Tor zufahre. George saust hinaus und ist in der Dunkelheit verschwunden. Ich schleiche die Neustraße hinauf, die ist so eng, wenn da Autos parken. Weiter geht es: einen großen Schlenker nach links um die Verkehrsinsel herum, an der Burg vorbei und die noch engere Schmidzeile hinunter. Rechts abbiegen und auf mein Angsthindernis zu: das Brucktor. So schlimm ist ansonsten nur die Brücke in Rosenheim für mich. Und da bin ich nur Beifahrer. Ich bin nicht der einzige Schisser, wenn es um das Durchqueren des Brucktors angeht. Es ist zu eng für zwei Autos, finde ich. Und je nachdem wie höflich der Gegenverkehr ist, kann ein ungeübter Autofahrer da schon mal länger stehen. Bis ihn das Hupkonzert der sich hinter ihm stauenden Wagen dann hindurch treibt.
Nachts um drei ist das kein Problem, die zwei Autos kann ich leicht abwarten und, nachdem ich ihnen höflich die Vorfahrt gelassen habe, entspannt hindurchfahren. Vielleicht sollte ich öfter mal nachts fahren üben? Nun ist das Schlimmste geschafft, in wenigen Minuten bin ich an der Disco. Ich zische die Allee hinauf und lege vor dem Kreisel gerade noch den zweiten Gang ein, bevor ich mit den Alufelgen (wieder) am Bordstein lande, weil ich die Kurve nicht schaffe. Kreisel Nummer zwei naht, und damit bricht um mich herum die Hölle los, denn hier ist die Einfahrt vom McDrive. Und alle Discogänger haben Hunger! Ich spüre, wie sich Schweißtropfen auf meiner Stirn bilden. Überall Menschen, mehr oder weniger besoffen, die vor mir über die Straße laufen. Dazwischen besorgte Eltern, die aus dem Auto heraus nach dem Nachwuchs spähen.
Wohin ich muss, erkenne ich schnell an den Blaulichtern auf dem Volksfestplatz. Ich parke direkt neben Gerhards Polizeiwagen ein. Als ich aussteige, winkt dieser mir zu und macht die hintere Wagentür auf. Ich sehe Alex auf dem Rücksitz sitzen, den Kopf in den Nacken gelegt, seine Augen sind geschlossen. Ist das getrocknetes Blut an seiner Schläfe? Mir wird ganz anders. Was ist da nur passiert? Ich knie mich vor ihn auf den Einstieg und fasse nach seiner Hand.
»Alex, Hase? Wie geht es dir?«
Er öffnet die Augen. Also eines, denn das andere ist zugeschwollen, da hat er einen ordentlichen Schlag kassiert.
»Minnie, du bist da? Das ist toll.«
Das klingt auf jeden Fall nicht nüchtern. Könnte aber auch eine Gehirnerschütterung sein.
»Sollte er nicht zu einem Arzt?«, frage ich Gerhard besorgt.
»Er hat sich gewehrt. Ich hätte ihn nur mit Handschellen einliefern lassen können oder auf die Wache bringen. Das kann ich immer noch, wenn dir nicht wohl bei der Sache ist, Minnie«, meint er ernst, entgegen seiner sonstigen flapsig-respektlosen Art mir gegenüber. »Ich kann hier nur nicht weg, bis die Kollegen aus Rosenheim kommen. Wir haben ein paar weitere Lädierte und müssen die Personalien aufnehmen. Sonst hätte ich ihn dir schnell runtergefahren.«
Das ist echt lieb von ihm!
»Das passt schon, Gerhard. Vielen Dank, dass du mich angerufen hast und mich ihn mitnehmen lässt.«
Das ist keine Selbstverständlichkeit, das weiß ich. Er winkt jedoch ab und sieht unruhig aus.
»Ich kenn euch ja, Minnie. Aber Alex hat heute eine ganz neue Seite gezeigt. Ich wusste gar nicht, dass der so ausrasten kann.«
»Das hab ich bisher auch nicht erlebt. Mal schauen, ob er morgen noch weiß, was der Grund war.«
»Er hat einen der Kerle besonders auf dem Kieker gehabt. Sagt dir Sepp Hohenwarter etwas?«
»Ja, das ist ein ehemaliger Fußballspezl, der ein bisserl abgehoben ist. Macht sein Geld in der IT-Branche. Viel Geld. Und Alex heißt die Methoden nicht gut. Doch das ist nichts Neues.«
Gerhard nickt nachdenklich, dann verabschiedet er sich und schlendert zu den Kollegen, die im Polizeibus ein paar Leute sitzen haben und diese befragen. Vorsichtig helfe ich Alex, in sein Auto zu steigen. Es geht ihm alles andere als gut, was leicht zu erkennen ist, denn er sagt kein Wort, als ich mich hinters Steuer klemme. Und er schweigt beim Fahren. Ebenfalls ein Novum, weil es normalerweise immer eine kleine Anmerkung gibt, wie »Minnie, weich doch bitte den Gullydeckeln besser aus!« oder »Huh, das war knapp!« oder auch »Halt mehr Abstand, falls ein Stein von dem Laster vor uns fällt!«.
Wir kommen heil in der Parkgarage an, wo George, wie ich meine, mit besorgtem Gesicht auf uns wartet. Der Lift, den ich sonst nie benütze – denn Frau will ja knackig bleiben – ist heute Gold wert. Alex lässt sich von mir ausziehen, ohne eine einzige schlüpfrige Bemerkung – es geht ihm wirklich überhaupt nicht gut – und stöhnt nur etwas, als ich ihm das Blut vorsichtig mit einem feuchten Tuch abtupfe. Er hat neben dem blauen Auge eine Platzwunde am Wangenknochen. Die Nase ist dick, ich hoffe, sie ist nicht gebrochen. Ich reiche ihm eine Schmerztablette, die er brav mit Wasser herunterspült, dann packe ich ihn ins Bett.
»Minnie«, flüstert er mit geschlossenen Augen.
»Ja, Alex?«
»Es tut mir leid.«
»Alles gut, doch auf die Geschichte dazu bin ich gespannt. Aber erst morgen, Hase. Schlaf jetzt.«

Rezensionen

»Spannende Wendungen bei der Minnie: Jetzt ermittelt ihr Freund Alex in Konkurrenz zu ihr. Witzig sind Minnies Erfahrungen in einem Datingportal und in der Gothic-Szene. Und es gibt wieder schöne Tipps für Wasserburg-Fans.«

»Einfallsreich, witzig und mit viel Lokalkolorit«

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Erhältlich als E-Book:

E-Bookversion "Mords-Goschn"

Format: Kindle Edition
ASIN: B09K4FTWST
Amazon, Kindle and all related logos are trademarks of Amazon.com, Inc. or its affiliates.

Demnächst erhältlich als Taschenbuch: 

Taschenbuchversion "Mords-Goschn" 

Paperback
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3969667323
www.eyedoo.biz 

 

Moderner Lokalkrimi im oberbayerischen Wasserburg

Wasserburg leuchtet – und auch Minnie geht ein Licht auf

 Minnie liebt Stadtführungen, und diese in den Bierkatakomben ist etwas ganz Besonderes …

Bierkatakomben Wasserburg

Beschreibung

Buchcover "Mords-Kaliber"

Der Fall: ein ermordeter Jäger in den Bierkatakomben
… und damit ist die »Krimi-Minnie« wieder in ihrem Element, als bei einer Führung in Wasserburg die Leiche entdeckt wird.

Ihr Steckbrief: neugierige Lebenskünstlerin mit kriminalistischer Spürnase 

Im zweiten Band der humorvollen Reihe geht Minnie in dunklen Bierkellern auf Mörderjagd. Bisher hat sie immer »Schwein g'habt«, doch diesmal liegt arg viel Blei in der Luft. Dabei denkt sie nur an eines: Warum macht sich Freund Alex so rar?


Inhaltsverzeichnis

  1. Nicht ganz allein im Wald
  2. Laden zu vermieten
  3. In den Katakomben
  4. Techtelmechtel mit Folgen
  5. Schweinderl allüberall
  6. Gewehr und Hund bei Fuß
  7. Lose Schrauben
  8. Minnie geht ein Licht auf
  9. Jägerehre
  10. Alpakas und Rumpelstilzchen
  11. Krimi-Minnies dritter Fall
  12. Backgroundinfos
  13. Habt ihr eine Minute Zeit?
  14. Bayrisch-hochdeutsches Glossar
  15. Weitere Bücher und Leseproben


Leseprobe

Laden zu vermieten

Wasserburg am Inn im August

Mir ist kalt. Es riecht nach Moder und überfluteter Stadt. Ja, in Wasserburg kann man das tatsächlich in manchen Häusern und Kellern riechen. Denn immerhin hatten wir in den vergangenen Jahrhunderten so einige Überschwemmungskatastrophen.
Die Lampe an der nur grob behauenen Mauer funktioniert nicht – mal wieder. Ich aktiviere meine Handylampe und suche mir vorsichtig meinen Weg zwischen undefinierbarem Gerümpel, einem alten Fahrrad ohne Räder und labbrigen Kartons. Vermutlich geht von denen der Muffelgeruch aus. Plötzlich fahre ich zusammen und halte den Atem an.
Etwas Dunkles baut sich am Ende des Ganges auf. Dort, wo sich mein Kellerabteil befindet. Es scheint auf mich zu warten, hält still und lauert. Hätte ich nur meinen neuen Mitbewohner dabei. Aber mein Hund George ist ebenso selbstständig wie ich und sonnt sich sicher gerade lieber vor dem Café Schranne anstatt seinem Frauchen beizustehen. Ich schlucke und gehe unwillkürlich einen Schritt rückwärts. Und noch einen und einen weiteren, bis ich an etwas stoße, das eben noch nicht da war.
In der nächsten Sekunde löse ich Jamie Lee Curtis als Scream Queen ab. Ich weiß allerdings nicht, ob ich nach vorne oder hinten fliehen soll. Durch mein Kreischen hindurch registriere ich, dass mich jemand festhält. Ich beginne, um mich zu schlagen, mit dem Erfolg, dass ich mich nicht mehr bewegen kann. Dann dringt eine Stimme in mein Bewusstsein, die ich kenne: »Verdammt, Minnie. Hör auf, die Verfolgte im Kettensägenmassaker zu spielen. Ich bin es nur.« Dieser letzte Satz lässt mich gleich noch einmal kreischen, während ich mich umdrehe. Diesmal vor Wut. Hat Alex eigentlich noch alle Tassen im Schrank, mich so zu erschrecken? Er nimmt seine Hände von mir und hält sich stattdessen die Ohren zu. Zitternd starre ich ihn an. Also den einen dunklen Umriss, von dem ich jetzt weiß, dass es mein Freund ist. Mein Handy liegt am Boden und leuchtet schräg von unten herauf, was Alex’ Gesicht einen dämonischen Zug verleiht. Zögernd schaue ich mich um. Da – am Gangende – steht nach wie vor das viel größere Dunkle. Und wenn Alex schon mal da ist ...
Der entfernt vorsichtig seine Hände von den Ohren. »Fertig mit dem Geschrei?«
»Du hast mich zu Tode erschreckt«, erwidere ich heiser, während er mein Handy aufhebt und es untersucht.
»Sieht noch funktionstüchtig aus.« Er reicht es mir, und ich leuchte ihm unhöflich ins Gesicht. Ah, ein bisschen schlechtes Gewissen ist da.
»Warum bist du eigentlich rückwärtsgegangen, Minnie?« Ich zeige den Gang hinunter. »Deshalb!«
Er runzelt die Stirn, dann versucht er, das Licht einzuschalten. Ich erkläre, weshalb ich hier im Dunklen rumzittere und kreische. »Geht nicht, ich muss die Birne erneuern. Kannst du erkennen, was das ist? Ich habe da nichts hingestellt.« 
»Schauen wir halt nach«, meint Alex, der Eben-noch-Schocker und jetzt wieder mein Held. Als ich kurz zögere, nimmt er meine handyfreie Hand und sagt: »Komm mein Angsthäschen, leuchte uns den Weg.« Ich verkneife mir eine zickige Antwort, denn ich bin ja ehrlich froh um seine Begleitung. Dabei bin ich kein Angsthase! Eigentlich.
Aber mein Held hat mich gestern gezwungen, einen gruseligen Fantasyfilm anzugucken. Nicht einfach mit Kopf abhacken wie in »Herr der Ringe«. In dem Film wurden mit einer latent boshaften Grausamkeit Elfen abgemurkst. Ich gucke die weiteren Folgen nicht! Elfen sind Wesen des Lichts (außer die Dunkelelfen natürlich). Und deshalb liebe ich sie. Auf jeden Fall hat mich der Film Schlaf und Nerven gekostet. Da kann Alex heute in seine Wohnung gehen, wenn er den weiterschauen will. Ich bleibe hier – ohne fernzusehen. Oder ich gehe sicherheitshalber mit – ebenfalls ohne fernzusehen. Da ist ein Spielabend als psychische Wiedergutmachung angesagt, mein Freund. Aber das fordere ich erst, wenn wir uns wieder im hellen Sonnenschein befinden. Wir nähern uns dem Gebilde und meinem Kellerabteil.

Rezensionen

»Ob auf Mörderjagd im Wald oder in den Wasserburger Bierkellern, ob Liebeskummer und Racheschwur – mit der Krimi-Minnie wird’s garantiert nicht langweilig!«

»Ein ›sauguter‹ Roman voller brenzliger Situationen und mitreißendem Herzschmerz.«

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Erhältlich als E-Book:

E-Bookversion "Mords-Kaliber"

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 625 KB
ASIN: B094P13TLB
Amazon, Kindle and all related logos are trademarks of Amazon.com, Inc. or its affiliates.

Demnächst erhältlich als Taschenbuch: 

Taschenbuchversion "Mords-Kaliber" 

Paperback
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3966988674
www.eyedoo.biz 

 

Wasserburg am Inn – die Heimat der Krimi-Minnie

Brucktor innen Wasserburg

Warum ein weiterer bayrischer Regionalkrimi?

Nach vier Kurzgeschichten für zwei Anthologien mit den „Rosenheimer Autoren“ (im Rosenheimer Verlagshaus 2018 und 2021 veröffentlicht) waren sie plötzlich da: Die Lust, einen Lokalkrimi zu schreiben, und mit dieser die „Krimi-Minnie“, ihre Freunde – und das Verbrechen in Wasserburg am Inn ...
Ich habe bisher Fantasy und Romantikthriller geschrieben, doch meine Minnie hat mich einfach in ihren Bann gezogen. Außerdem ist diese Stadt wie für einen Krimi gemacht. 

Bei einem kurzen Stopp zum Zwillingssäuglingsfüttern habe ich, damals noch Münchnerin, gesagt: »Hier würde ich so gerne leben!« Drei Jahre später war es so weit. Seit 2000 wohne ich im »nahen Einzugsgebiet« und sause mal schnell mit der Vespa in die nördlichste Stadt Italiens inmitten der Innschleife, wandere durch die wunderbare Altstadt und genieße das Flair zwischen Mittelalter und Moderne.

Hier möchte ich euch diese ganz besondere Stadt präsentieren. 
Doch es soll keine historische Übersicht werden, dafür sind professionelle Stadtführer besser geeignet als ich. Es gibt wunderbare und informative Führungen der herkömmlichen oder auch der besonderen Art, die ich euch aus tiefstem Herzen empfehle. (Auf der Seite der Stadt Wasserburg am Inn).  
Obwohl ich seit 2000 hier lebe, entdecke ich immer neue Innenhöfe und Gassen, Treppchen und Abkürzungen. Auf einer besonderen Führung »Verwunschene Plätze & Vergessene Orte« durften wir Teilnehmer sogar in das Gewölbe unter dem Brucktor.  

Von der BurgWasserburgUltrakurz zur Stadtgeschichte: Seit einer Ausgrabung in 2013 vermutet man – statt wie bisher angenommen im 11. Jahrhundert – bereits eine Besiedelung im 9. oder 10. Jahrhundert. Bei Ausgrabungen zu einem Neubau wurde ein entsprechend altes und gut erhaltenes Skelett entdeckt.
Wasserburg war eine vom Handwerk geprägte Stadt und ein wichtiger Knotenpunkt des Salzhandels zwischen Reichenhall und München und entsprechend reich. Es gibt natürlich leider auch die traurigen Aspekte, wie die Menschen zu manchen Zeiten miteinander umgingen, bedrückend ist hier leider auch die Nazizeit.

Das moderne Wasserburg beeindruckt mich immer wieder durch seine freundlichen Bewohner. Das war schon beim allerersten Mal so, als ich aus einem Parkplatz am Marienplatz fahren wollte und das ohne Hupkonzert (in München üblich) gelang. Und zwar, ohne dass der höfliche Mensch hinter mir diesen Parkplatz benötigt hatte!
Eine Schulstadt voller junger Menschen, die ihre besondere Umgebung zu schätzen wissen, alt eingesessene Familien und dann viele wie ich. »Zuazong« und schnell heimisch geworden.

Gebäude und in den Museen zu besichtigende Kunstgegenstände reichen von Mittelalter über Renaissance, Barock und Rokoko bis zur Neogotik. Es gibt mittelalterliche Mauern und Tore zu besichtigen, barocke Fassaden wie das Kernhaus. Von der Burg kann man an bunten Häusern entlang die Schmidzeile hinunter spazieren. Unter Arkaden befinden sich Traditionsgeschäfte und neue Läden, auf schönen Plätze wie der Hofstatt und dem Marienplatz kann man sich immer in einem gemütliche Café oder Restaurant (von bayerischer Küche über Inder, Grieche und Chinese bis zu zahlreichen Pizzerien und vielen mehr) niederlassen. Döner und Bosna (seit 50 Jahren an der Kirchenmauer am Marienplatz) gibt es ebenfalls und auch einen irisch-englischen Pub.
Am Inn WasserburgDer Inn, besonders zu früheren Zeiten segensreich und noch heute wunderschön, umfließt die Stadt in der berühmten Innschleife, was sie zu Hochwasserzeiten besonders gefährdet.

Wasserburg bietet über das Jahr verteilt viele Highlights:
Neben Konzerten im Rathaussaal und Marktsonntagen an bestimmten Terminen gibt es den Taubenmarkt, »Wasserburg läuft«, das Frühlings- und das Nationenfest, das Weinfest, den Nachtflohmarkt, das Inndammfest, »Wasserburg leuchtet« und an den Adventswochenenden den Christkindlmarkt. Und natürlich jede Menge an Events im nahen Umkreis. 

Die Geschäfte, Cafés und Eisdielen sind ein wichtiger Teil der Stadt – nicht nur für den Gustl: die Wasserburger Markthallen und der Stechl-Keller, die Bohnenrösterei Rechenauer und die Deliano-Backstube, der Bergmeister und die Schranne. Und viele mehr, die sicher in den nächsten Minnie-Geschichten ihren Platz finden werden. Hofstatt Wasserburg

Ich bin gespannt, wie euch Minnies Geschichten gefallen.
Eure Monika

Mehr dazu mit Leseprobe hier.

Moderner Lokalkrimi im oberbayerischen Wasserburg

Zwischen Weinfest und Nachtflohmarkt wird fleißig ermittelt

Die sympathisch-skurrile Heldin Minnie gerät durch Neugier und Mitgefühl in der mittelalterlichen Innstadt mitten in die Gefahr.

Aussicht Herbstabend Wasserburg

Beschreibung

Buchcover "Mords-Trara"
Der Fall: Haustürbetrug und Mord … und mittendrin mal wieder die »Krimi-Minnie«, wie die Beamten der örtlichen Polizei die Mayrhofer Minnie liebevoll-spöttisch nennen. 

Ihr Steckbrief: neugierige Lebenskünstlerin mit kriminalistischer Spürnase 

Im ersten Band der humorvollen Reihe macht sich Minnie mit Ratschkatl und Ex-Polizist Gustl auf Mördersuche in den mittelalterlichen Gassen. Und was sie entdeckt, raubt Freund Alex den letzten Nerv …  


Inhaltsverzeichnis

  1. Der Anfang alles Bösen
  2. Von Boxern, Betrügern und der Kunst
  3. Ein Mords-Gschiss
  4. Blumenmädchen und Sexgott
  5. Eis mit Grappa
  6. Saturn im ersten Haus
  7. In der Nacht sind alle Hunde schwarz
  8. Vernissage auf High Heels
  9. Krimi-Minnies zweiter Fall
  10. Backgroundinfos
  11. Habt ihr eine Minute Zeit?
  12. Bayrisch-hochdeutsches Glossar
  13. Weitere Bücher und Leseproben


Leseprobe

Von Boxern, Betrügern und der Kunst

Wasserburg am Inn im Juli

Es ist stockdunkel, als ich mit Herzrasen hochfahre. Ich sitze im Bett wie ein aufgeschreckter Hase. Mein Blick huscht durchs Zimmer, nachdem ich endlich den Lichtschalter gefunden habe.
Was hat mich geweckt?
Die Müllabfuhr, die heute um halb sieben in der Altstadt unterwegs ist und von der ich den Eindruck habe, dass sie unter meinen Fenstern immer besonders lange ihren Rüttler betätigt? Was möglicherweise tatsächlich so ist. Denn meist klebt viel graue Masse – sprich künstlerisch nicht verwertbares Rohmaterial aus meiner Töpferei – in meiner Mülltonne.
Meine bebenden Finger ertasten das Handy auf dem Nachttisch. Natürlich rutscht es mir aus der Hand, aber ich erwische es, bevor es auf den Boden knallt. Erst fünf Uhr – also sind die Müllmänner schuldlos.
Ich lausche gespannt, mein Hals ist trocken, und das Schlucken fällt mir schwer. Das Gurren der Tauben auf dem Dach gegenüber klingt laut durch die sommerliche Morgendämmerung, noch lauter folgt die Kirchturmuhr von Sankt Jakob. Im Haus knarzt eine Stiege. Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Stufen knarzen sogar, wenn keiner auf die schiefen Dinger tritt.
Oder ist da jemand zu dieser Zeit unterwegs?
In meiner Altbauwohnung im vierten Stock eines schmalen Hauses zwischen anderen schmalen Häusern in Wasserburg am Inn wohnen nicht allzu viele Leute. Unter mir im dritten Stock wäre da die Frau Kreuzpointner, die fängt mit dem knarzenden Wandern so gegen fünf Uhr dreißig an. Weil sie das Kreuzweh nicht länger schlafen lässt. Das weiß ich, weil sie mir alles – jedes Wehwehchen – haarklein berichtet. Wenn ich sie ließe, sogar minütlich.
Im zweiten Stock sind neulich zwei Jungs eingezogen, die sich mit einer Eventfirma selbstständig gemacht haben. Davon gibt es einige in der Gegend. Und Wasserburg hat nicht wenige Events. Lange dauert es nicht mehr, dann ist es Ende Juli: Zeit für das Weinfest und den Nachtflohmarkt. Und damit für jede Menge Besucher. Wasserburg wird überflutet, nicht mit Wasser wie beim Frühjahrshochwasser, sondern mit Flohmarktverrückten, die ihren Stand mit Laternen, Kerzen und Lampen aller Art erhellen. So können die vielen Gäste bis Mitternacht sehen, welcher Grusch aus dem urgroßelterlichen Keller präsentiert wird. Ich gehöre übrigens auch meist zu denen, die hinter einem Tischlein sitzen, aber ich mache meine eigene Flohmarktware. Und die geht an einem solchen Abend gut weg.
Wieder knarzt es. Ganz deutlich.
Ist einer der Chuans schon auf dem Weg in die Frühschicht? Die thailändische Familie Chuan wohnt im ersten Stock. Sie ist eine kleine Familie. Klein ist in diesem Fall zweideutig gemeint: Mutter, Vater, ein Kind, alle unter 1,60. Und stets gut gelaunt. Mein Freund Alex – über 1,80 groß – meinte mal, dass kleine Leute sich zwischen großen Problemen leichter durchwuseln und sich daher nicht aufregen müssen. Darauf folgte sein freches Grinsen, als er mich – auch nur 1,65 hoch gewachsen – von oben bis unten musterte. »Ich versteh eh nicht, warum du dich immer so aufregst, Minnie.«
Dabei ist das gar nicht wahr! Ich bin klein und nicht aus der Ruhe zu bringen. Was für seine Aussage über die kleinen Leute spricht. Wenn ich allerdings nur »künstlerischen Müll« produziere oder es um fünf Uhr im Haus knarzt, rege ich mich tatsächlich auf. Und Minnie heiße ich übrigens nicht, weil ich so klein bin, sondern weil meine Mutter etwas seltsam ist. Jetzt kommt das Knarzen von der Frau Kreuzpointner unter mir dazu. Meine Ohren werden länger, weil es schon sehr ungewöhnlich ist, dass sie zur Wohnungstür geht und diese öffnet.
»Hallo, ist da wer?«
Das gibt es nicht! Sie schreit durchs Treppenhaus. Um fünf Uhr früh! Ich stehe seufzend und immer noch ein bisserl zittrig auf und schaue auch ins Treppenhaus.
»Frau Kreuzpointner, was ist denn los?«
Ich versuche es ohne Schreien, sie jedoch plärrt zurück: »Mei, Minnie, da war einer vor meiner Tür. Vielleicht einer von den Sammlern gestern. Die wollten noch mal kommen, weil ich kein Geld dahatte.«
»Ja, aber doch ned mitten in der Nacht, Frau Kreuzpointner.«
»Ja, da hast du recht. Dann war das ein Einbrecher!«
»Auf jeden Fall ist er weg.« Das ist sicher, weil ich eilige Schritte auf der Treppe und danach das Schlagen der Haustür gehört habe. Eigentlich sollte unten nachts zugesperrt sein. Möglicherweise hat einer gewartet, bis unser Molkereifachmann zur Frühschicht gegangen ist? Ich beuge mich über das Geländer und sehe direkt in die weit aufgerissenen Augen meiner Unter-mir-Nachbarin.
»Frau Kreuzpointner, ich geh schnell runter und sperr ab, in Ordnung? Und dann schlafen wir beide noch ein bisserl.«
Sie nickt hektisch und sagt kein Wort, sie hat also wirklich Angst. Normalerweise ist sie nämlich nicht auf den Mund gefallen. Und sie hätte unter Garantie meine Strickjacke beziehungsweise den kurzen Jumpsuit, Alex nennt ihn neckend Spielanzug, darunter kommentiert. Aber nicht heute.
Als ich die Treppen hinuntertappe, geht die Beleuchtung im Innenhof aus. Unwillkürlich bleibe ich stehen. Und wenn doch noch einer da ist und lauert? Die Lichter der Stadt dringen nicht bis hierher vor. Vorsichtig schleiche ich vorwärts, die Hand an der Wand, bis ich den nächsten Lichtschalter erreiche. Mein Herz rast, nachdem es eben erst vom Galopp in einen ruhigen Trab übergegangen war. Dann wage ich mich weiter bis ins Erdgeschoss, immer mit misstrauischem Blick in die Runde. Uhu sein wäre jetzt nicht verkehrt, 360 Grad Kopfdrehung gibt einem Sicherheit. Ich sehe niemanden und sperre die Außentür zum Gehweg unter den Arkaden zu.
Frau Kreuzpointner wartet, bis ich bei ihr vorbeikomme. Mit einem Gähnen sage ich:
»Gehen’s wieder ins Bett, es kann nichts passieren.« »Danke, Minnie.«
»Gern geschehen«, erwidere ich höflich, auch wenn das ein bisschen gelogen ist. Bevor ich auf meiner Etage ankomme, fällt mir was ein.
»Frau Kreuzpointner, Sie geben aber keinem Fremden Geld mit oder lassen ihn in die Wohnung, gell?«
»Nein, nein, Minnie. Du kennst mich doch.« Eben, denke ich und nehme mir vor, morgen ein Auge auf diese Sammler zu werfen. Allerdings kommt mir am nächsten Tag erst einmal meine Arbeit dazwischen. Und danach ist es zu spät.
Einige sagen »Baazlerei« zu meinem Job. Natürlich nicht die Kunstverständigen, von denen es viel zu wenige in meinem direkten Umfeld gibt. In Wirklichkeit bin ich Keramikerin und betreibe eine Töpferei im Erdgeschoss des Hauses, in dem ich lebe.
Die Räumlichkeiten teile ich mir mit einem Haustierbedarfsgeschäft, dessen Chef Franz ein fauler Hund ist. Ihm gehört der Bereich des Erdgeschosses, der unter den Arkaden Richtung Marienplatz liegt – wo auch die Kunden vorbeispazieren – und ich arbeite in meinem Atelier nach hinten hinaus zum Inn. Nebenbei ist der Franz seit letztem Jahr zusätzlich unser Hausmeister, aber für diese Arbeit noch ungeeigneter als für den Verkauf. Er kehrt im Sommer ab und zu und beseitigt im Winter Schnee durch Salzstreuen. Deshalb hatten wir des Öfteren ernsthaften Streit. Kann man nicht erst räumen und anschließend Splitt streuen? Das stählt die Muskeln und schont die Umwelt! Ansonsten informiert er entsprechende Firmen, falls mal die Heizung ausfällt oder ein Rollo kaputtgeht. Er sperrt den Keller auf, wenn Öl geliefert wird. Das war es dann schon ziemlich. Denn Franz ist bereits mit einer lockeren Türklinke überfordert.
Deren Reparatur übernehme meist ich, weil es mir in der Seele weh tut, wenn meine Mutter sogar dafür zahlen muss. Mich wundert auch, dass er bei dem Bewegungsmangel und der kalorienreichen Lebensführung so dürr ist. Der Franz geht gern mal nach nebenan in die Eisdiele. Da sieht er nicht immer, wenn Kundschaft kommt. Also bin ich inzwischen ebenfalls in Hundeleinenverkaufsberatung und Bedienen der Kasse geübt. Immerhin sind Hundeleinen, Futternäpfe und Co. zu gleichen Teilen mit meinen Töpferwerken im Schaufenster vertreten, was gar nicht so schlecht passt: Ich habe mich nämlich auf Tiere spezialisiert.
Ja, es existieren natürlich auch Tassen und Teller, Salatschüsseln und Co., auf deren Unterseite mein Logo, ein Wolpertinger, mit meinen Initialen M. M. steht. Berühmte Initialen, die in meinem Fall Minnie Mayrhofer bedeuten. Eigentlich müsste es A. M. heißen, für Arminia Mayrhofer. Arminia, die starke Heldenhafte. Aber so stark, wie meine Mutter das gerne hätte, bin ich nicht.
Und weil ich so vielseitig bin und entsprechend töpfere, ist der Wolpertinger eben mein Logo. Was ein Wolpertinger ist? Na, DAS urbayerische Viecherl neben dem Tatzelwurm, dem Drachenähnlichen. Ein Wolpertinger ist sehr flexibel, was manch einer fälschlicherweise dem Bayern abspricht. Er kann Hasen- oder Fuchsohren haben. Also der Wolpertinger, nicht der Bayer. Er besitzt Flügel oder ein Hasenschwanzerl, manchmal auch Fischschuppen und ein Rehbockgeweih. Meiner auf dem Logo ist die niedliche Variante mit den Hasenohren und dem kleinen Geweih eines jungen Hirsches.
Ironischerweise ist meine Mutter die Hauseigentümerin, sie hätte mir sehr wohl die bessere Hälfte des Ladens geben können. Sie betrachtet es stattdessen als ihre mütterliche Pflicht – der sie leider nur zu gerne in allen Bereichen nachkommt –, mich zu einer »vernünftigen«, sprich einträglichen Arbeit zu zwingen. Ich leide an chronischem Geldmangel, weshalb sie nichts von meinem Job hält.
Meinen Jobs – Plural. Denn ich bin nebenbei Autorin, Spülhilfe im Eiscafé und manchmal springe ich als Stadtführerin ein. Ab und zu bekomme ich lukrative Aufträge und darf zum Beispiel den Lieblingswuffi einer Dame nachformen. Das bringt Geld und meistens Spaß.
Aktuell töpfere ich den Boxer der Frau Wegner, allerdings verzweifle ich an den Lefzen des Sabberhundes. Dabei sinniere ich über die kuriosen Wirren des Schicksals. Meine Mutter Traudl hat einen ebenso brotlosen Job wie ich, sie ist Sterndeuterin. Mein Vater hat sich aus dem Staub gemacht, als ich unterwegs war, deshalb hat sie sich klug verheiratet. Ich sage Traudl – nicht Mutter oder Mama – seit ich denken kann, weil sie es sich immer verbeten hat. Einen triftigen Grund gibt es nicht, außer man akzeptiert, dass diese Bezeichnung eine Frau schlagartig altern lässt. Jetzt ist Traudl wieder geschieden. Sie hat ihren reichen Autohausbesitzer aber nicht an seine Sekretärin oder eine Schickimickimaus verloren. Nein, hier eine weitere Kuriosität: Eine andere Sterndeuterin hat ihr den BMW-Fuzzi weggeschnappt. Deren Deutungen haben ihm angeblich besser gepasst. Ich bin mal bösartig und mache das D-Körbchen der Dame im Vergleich zum B-Körbchen meiner Mutter mitverantwortlich.
 

Rezensionen

»Einen so witzigen Krimi kann ich nur empfehlen! Beim Lesen kam ich aus dem Schmunzelmodus nicht mehr heraus. Die Stadt Wasserburg am Inn ist genial und dreidimensional beschrieben, geschickt in die Story eingebaut, ja, ist fast so etwas wie eine zweite Hauptfigur. Apropos Figuren: von herzlich bis naiv, von weise bis böse, von normal bis ein bisschen „gspinnert“ ist alles dabei, und man kann sich in die Beteiligten einfühlen. Das Lesen von Mords Trara macht total Spaß, ist nebenbei auch noch spannend – na klar – mit einem überraschenden Schluss. Ist das wirklich der erste Humorkrimi der Autorin? Wir werden hoffentlich mehr von Krimi-Minnie zu lesen bekommen. Vielen Dank dafür und natürlich fünf Sterne!«

»Ein sehr, sehr schöner Cosy-Krimi: Ich mag die brutalen und blutrünstigen Hardcore-Krimis nicht sonderlich, Cosy-Krimis liegen mir viel mehr. Und das wird hier bestens bedient. Minnie ist eine super Type, Gustl auch, der Freund Alex und Traudl ebenso und Hunde gibt's noch obendrauf. Dazu viel Lokalkollorit von Wasserburg, eine interessante Story dazu, alles bestens. Minnie und ihr Freund haben sogar hin und wieder Sex (natürlich nur dezent umschrieben), das macht alles sehr menschlich. Ich wünsche mir viel mehr davon und freue mich auf den nächsten Band. Fazit: von mir volle 5 Sterne und meine uneingeschränkte Leseempfehlung.«

»Krimi-Minnie macht Lust auf mehr… Klare Leseempfehlung für alle, die Lust haben auf einen Plot vor wunderschöner Kulisse mit Spannung, sympathischen Charakteren und wunderbar bissig-bayerischem Humor! Ich freu mich auf Teil 2 mit Krimi-Minnie und ihren Weggefährten!«

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Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3966989008
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Zusammenarbeit mit den Rosenheimer Autoren

Über zwanzig Mitglieder hat meine Autorengruppe mittlerweile, von denen die meisten sehr regelmäßig bei den Treffen ihren Spaß an netten und konstruktiven Gesprächen haben. Dass sich darüber hinaus auch freundschaftlich-private Kontakte ergeben haben, ist kein Wunder.

Rosenheimer Autoren Zauberhafte Urlaubsgeschichten CMYKIm Frühjahr 2021 ist nun unsere zweite Anthologie erscheinen, veröffentlicht im Rosenheimer Verlagshaus. 

Urlaubsanthologie »Zauberhafte Urlaubsgeschichten aus dem Chiemsee Alpenland« 

Bayern zieht Einheimische wie Urlauber in seinen Bann, ganz besonders die Region des Chiemsee Alpenlandes. Der Blick auf den Wendelstein ist atemberaubend, ebenso die Aussicht über den Chiemsee, wenn man von Frasdorf den Berg hinunterkommt. Doch welche Geschichten verstecken sich in all den kleinen Orten, die sich so romantisch in die hügelige Landschaft fügen?

In ihrer zweiten Anthologie erzählen die "Rosenheimer Autoren" spannende, lustige oder zu Herzen gehende Urlaubsgeschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für kurzweilige Unterhaltung ist gesorgt, wenn der Leser das Rosenheimer Herbstfest aus der Sicht eines Luftballons, ein Golfturnier in Maxlrain oder eine besondere Wanderung am Samerberg erlebt. Vom ersten Skikurs des kleinen Max in den 50er Jahren wird erzählt und spannend wird es bei einer rasanten Radltour rund um den Chiemsee. Vielleicht findet der eine oder andere Leser gar ein neues bayerisches Fleckerl, das er unbedingt kennenlernen möchte?

Hier der Podcast mit einer Geschichte aus Wasserburg: Die Krimi-Minnie auf dem Nachtflohmarkt:



Radiopodcast, Presse und Weiteres zu den Rosenheimer Autoren auf www.die-rosenheimer-autoren.de und Facebook.

Das Ergebnis unserer ersten Zusammenarbeit, initiiert durch Luzi van Gisteren und herausgegeben von Kerstin Groeper, war eine Weihnachtsgeschichtensammlung.

wundersame Winterzeit Cover aktuellWeihnachtsanthologie »Wundersame Winterzeit – Geschichten für die dunklen Monate« 

Die 17 Geschichten  und ein Liedtext sind eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Genres und reichen von klassischer Belletristik bis hin zu ausgefalleneren Kurz-Krimis. Allen gemeinsam ist, dass sie im Rosenheimer Landkreis spielen. 

Wenn es draußen schon früh dunkel wird und der Schnee die eisige Kälte aus den Bergen mitbringt, ist es Zeit, sich an den gemütlichen Kamin zu setzen und wunderbaren Erzählungen zu lauschen. Autoren und Autorinnen aus dem Inntal haben sich zusammengetan, um mit dieser Sammlung Winterträume zum Leben zu erwecken. Da stellt ein Dorf alles auf den Kopf, um den Wunsch eines kleinen Mädchens zu erfüllen, sonderbare Gestalten bringen Geschenke und Chaos mit, aus unerwarteten Begegnungen werden zauberhafte Tage und in der kalten Jahreszeit werden die Herzen ganz warm. Winterzeit ist Geschichtenzeit.

Erhältlich beim Rosenheimer Verlag, über den Buchhandel um die Ecke oder auch online bei allen üblichen Adressen. (Beispiel: Amazon oder Hugendubel)

ISBN 978-3-475-54808-6 / 208 Seiten - Gebunden, Preis 12,95 €  

 

Recherche-Reisen einer Autorin

Über Reiseabenteuer zu Buchideen: Erfahren Sie, wie sich Ideen für Handlungen entwickeln, wie sich Szenerien in die Fantasie hineinschmuggeln und schließlich zu Büchern werden.

Beschreibung

Geschichten im Gepäck - FrontcoverGeschichten im Gepäck - BackcoverUnterhaltsam – abenteuerlich – persönlich – liebenswert

Monika Nebl schreibt seit vielen Jahren als Katie S. Farrell Romantikthriller und unter dem weiteren Pseudonym Ainoah Jace Fantasyromane.
Mit augenzwinkerndem Humor präsentiert die Autorin bunt bebilderte Reiseeindrücke und private Anekdoten von nahen und fernen Orten, darunter Bayern und Sri Lanka, Paris, der Spreewald oder Kroatien. In kurzen Leseproben aus ihren Romanen verschafft sie ihren Lesern einen ganz neuartigen Einblick in die Gedankenwege einer Schriftstellerin.

Wie entsteht eine Welt unter dem Vulkan? Wie gefährlich ist Rafting tatsächlich? Wie anstrengend ist eine Verfolgungsjagd auf dem Wasser? Lassen sich Mutproben aus der aktuellen Realität in Fantasygeschichten und Romantikthriller integrieren?


 

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Spreewald und Müritz: Flusslande
  3. Wien: hochherrschaftliches Flair
  4. Frühling in Paris: der Montmartre-Friedhof
  5. Gardasee: Cuccagna und Olivengärten
  6. Schloss Amerang: Konzerte und Ritterfest
  7. Hunderennen Inzell: Eiswölfe in Aktion
  8. Kroatien: Meereswelten
  9. Altenhohenau: ein Zauberwald
  10. Drachenboot-Rennen: Verfolgungsjagden
  11. Tunesien: Märkte
  12. Tiroler Ache in Österreich: Rafting
  13. Indianer- und Trapper-Festival: Line Dance
  14. Gardasee: Skaligerburgen
  15. Bodensee: Pfahlbauten
  16. Irland: Mythen und Musik
  17. Wasserburg am Inn: Christkindlmarkt-Krimi
  18. Die Liparischen Inseln: aktive Vulkane
  19. Sri Lanka: Dschungel und Plantagen
  20. Weitere Beispiele für die Ideensammlung
  21. Weitere Bücher der Autorin
  22. Informationen und Kontakt

Leseprobe: Seite 7-17 von insgesamt 92 Seiten

Geschichten im Gepäck - Seite 7
Geschichten im Gepäck - Seite 8
Geschichten im Gepäck - Seite 9
Geschichten im Gepäck - Seite 10
Geschichten im Gepäck - Seite 11
Geschichten im Gepäck - Seite 12
Geschichten im Gepäck - Seite 13
Geschichten im Gepäck - Seite 14
Geschichten im Gepäck - Seite 15
Geschichten im Gepäck - Seite 16
Geschichten im Gepäck - Seite 17

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Erhältlich als Hardcover beim Verlag:

92 Seiten, DIN A4 Hardcover
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3964436436
www.eyedoo.biz